Marxistisch-leninistisches Fernstudium
der Zeitschrift offen-siv

Programm

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I. Allgemeines

Das Fernstudium soll die Grundlagen des Marxismus-Leninismus vermitteln und diese nutzbar machen für die aktuelle Praxis. Da die interessierten Genossinnen und Genossen weit über das Land verstreut sind und wir nicht die Kapazitäten haben, kontinuierliche Schulungsarbeit vor Ort durchzuführen, haben wir uns für die Form des Fernstudiums entschieden.

Spezifische Form des Fernstudiums

Diese Form bedeutet, dass es Einführungsseminare mit den „Teamern“, also den für den jeweiligen Studienteil verantwortlichen „Lehrern“ geben wird, woran sich eine Phase der Eigenarbeit in den jeweiligen Gruppen bzw. allein anschließt, unterstützt durch ein Informations- und Diskussionsforum im Internet, welches nur den Teilnehmern/innen des Fernstudiums und den Teamern zugänglich ist. Eine solche Phase dauert etwa vier Monat. Am Ende dieser Zeit findet eine Lernzielkontrolle statt, deren Auswertung und Nachbereitung bei einem Zwischenseminar durchgeführt wird.

Nun würde die zweite Phase des Studiums beginnen, aufgebaut so wie gerade für die erste Phase dargestellt.

Im Ganzen denken wir an einen Zeitraum von zwei Jahren, jeweils unterteilt in 4-monatige Blöcke (mit kleinen zeitlichen Variationen) – so wie oben skizziert.

Aufbau des Studiums

Ein Jahr gehört der Ökonomie, d.h. vorwiegend der Marxschen Kapitalanalyse und der Leninschen Imperialismustheorie (sowie einem kleinen historischen Überblick über die unterschiedlichen Gesellschaftsformationen). Und im anderen Jahr soll es um Themen wie Lenins Parteitheorie, Kampf gegen Trotzkismus und Revisionismus, Bündnispolitik, Kampf gegen das Kapital, Revolutionstheorie, Aufbau des Sozialismus als erster Phase der kommunistischen Gesellschaft, Planwirtschaft, Diktatur des Proletariats und Klassenkampf gehen, abschließend mit konkreten Analysen aktueller Ereignisse, z.B. im Trikont, aber auch in Europa und in der BRD. Hier wollen wir auch die Ursachen der Niederlage des Sozialismus in Europa analysieren.

Teamer für den ökonomischen Teil des Programms wird Frank Flegel sein, die politischen, partei- und sozialismustheoretischen sowie aktuellen Themen werden von Michael Opperskalski und Andrea Schön begleitet.

Ein Einstieg in das Schulungsprogramm ist sowohl über den ökonomischen als auch über den politischen Strang möglich. Wie auch immer man anfängt, inhaltlich wird es letztendlich identisch sein.

Voraussetzungen und Bedingungen

Das Programm ist nicht unkompliziert, setzt kontinuierliche Arbeit und einige Disziplin voraus. Andererseits ist es auch zu schaffen: als Teilnehmer/in muss man ein- bis zweimal wöchentlich zwei bis drei Stunden Studienzeit aufbringen können, man muss alle vier Monate zu einem eintägigen Seminar fahren können und die Zeit haben, zu Beginn und zum Abschluss, also Anfang 2006 und Anfang 2008, zu einem zweitägigen Seminar kommen zu können. Und hilfreich ist es, wenn man Zugang zu einem Computer mit Internet-Anschluss hat.

Materialien und Kosten

Wir werden für das zweijährige Studium eine Gebühr nehmen müssen zur Bücherbeschaffung und zur Herstellung der Materialien: Alle Teilnehmer/innen werden zu Beginn ein Paket ausgehändigt bekommen mit Büchern, einem zusammengestellten Reader, mit Kopien und wahrscheinlich auch einer CD mit Texten. Wir bemühen uns, z.B. das „Kapital“ von Marx und Lenins Imperialismusschrift möglichst günstig antiquarisch zu beschaffen bzw. in günstigem Nachdruck parat zu haben. Um eine Größenordnung zu nennen: Wir hoffen, dass 30,- € für die Beschaffung der Materialien pro Teilnehmer/in ausreichen werden. Die Kosten für die Übernachtung incl. Verpflegung werden sich beim Anfangs- und beim Schlussseminar auf rund 20.- € belaufen. Man braucht zum Start (am ersten Wochenende im März 2006) also 50,- €.  Für die Fahrtkosten und die Kosten der Unterkunft bei den zweitägigen Seminaren werden wir einen Spendenfonds anlegen, damit fehlendes Geld kein Hindernis für’s Lernen ist.

Start: Termin und Ort

Das Fernstudium startet mit dem Anfangsseminar am 4. und 5. März 2006 in Strausberg (etwas östlich von Berlin gelegen).

Die Zwischenseminare werden wir wandernd so legen, dass die Belastung durch die Fahrten auf die Teilnehmer/innen einigermaßen gleichmäßig verteilt wird.


II. Inhaltlicher Überblick

1. Ökonomie

Erster Teil

- Einführung in materialistisches Denken.   – Einführung in die Kapitalismusanalyse.   - Ware und Geld.   - Verwandlung von Geld in Kapital.   - Mehrwerttheorie.   - Exkurs zur materialis-tischen Dialektik. Einheit der Widersprüche, Weiterentwicklung der Widersprüche, dialek-tische Logik.

Literatur: Marx: Feuerbachthesen; Auszüge aus Marx/Engels: Deutsche Ideologie; Marx: Das Kapital Band 1 (Feuerbachthesen und Auszüge aus Deutsche Ideologie können für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kopiert bzw. auf CD gebrannt werden, es lohnt aber auch, sich die Werke anzuschaffen. Marx, Kapital, Band 1 muss angeschafft werden.)

Zweiter Teil

- Absolute Mehrwertproduktion….- Produktivkräfte und relative Mehrwertproduktion.   - Arbeitstag und Arbeitslohn, Klassenkampf.   – Exkurs: Mystifizierung der Oberfläche des Kapitals, Fetischcharakter von Ware, Geld und Kapital, grundlegende Verkehrung der gesell-schaftlichen Verhältnisse durch die kapitalistische Produktionsweise. Marxsche Methode.

Literatur: Marx: Kapital Band 1; Offensiv Heft 6/1997 „Marxsche Methode, Wissenschaft, Dialektik“, daraus: S. 4-32, F. Flegel: Marxsche Methode. (Marx: Kapital Band 1 ist angeschafft, Offensiv-Text kann für die Teilnehmer/innen kopiert werden.)

Dritter Teil

- Allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation, Produktion der industriellen Re-servearmee.   - Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesetz der ungleichen Entwicklung.  - Le-nins Imperialismustheorie. Allgemeine Krise des Kapitalismus. (Inhaltlicher Übergang zur Geschichtsphilosophie)

Literatur: Marx: Kapital Band 1; Auszüge aus Marx: Kapital Band 3; W.I. Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, Allgemeinverständlicher Abriss; Harpal Brar: Imperialismus im 21. Jahrhundert, Sozialismus oder Barbarei. (Marx: Kapital, Band 1, ist angeschafft, Auszüge aus Marx: Kapital Band 3 können für alle Teilnehmer/innen kopiert werden, Lenin und Brar müssen angeschafft werden.)

2. Geschichte der Gesellschaftsformationen

- Dialektik von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen.   - Kurzer (logischer – nicht historisch-konkreter) Überblick über die bisherigen Gesellschaftsformationen. Darin: Entwicklung der Klassengesellschaft, unterschiedliche Formen der Ausbeutung, Ableitung der jeweiligen gesellschaftlichen Moralvorstellungen, der Rechtsvorstellungen, der Entwicklung des Staates.

- Urgesellschaft.   – Stammesgesellschaft.    – Sklavenhaltergesellschaft.   - Feudalismus, Übergang zum Kapitalismus.   - Aktuelle Epochebestimmung.

(Inhaltlicher Übergang zu den Themen: „Kampf der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten“ und „Aufgaben der kommunistischen Bewegung“.)

Literatur: Fernstudium Geschichte, Herausgegeben vom Deutschen Pädagogischen Zentralinstitut, 1951-1954. Auszüge aus dem 3., 4., 5., 8. und 9. Lehrbrief. (Die Texte der Lehrbriefe Fernstudium Geschichte können für alle Teilnehmer/innen kopiert werde.)

3. Grundlegende strategische Maximen der kommunistischen Bewegung während ihres Kampfes gegen das Kapital

- Die Partei: Lenins Parteitheorie.   - Partei und Massenorganisationen; Bündnispolitik.   - Kampf gegen den konterrevolutionären Trotzkismus, den aus dem Imperialismus erwachsenden Revisionismus und Reformismus sowie andere kleinbürgerliche Strömungen, insbesondere auch den „linken“ Opportunismus; angesichts seiner wachsenden aktuellen Bedeutung wird die aktuelle Situation sowie die geschichtliche Rolle des Trotzkismus besonders beleuchtet.   - Geschichte der deutschen kommunistischen Bewegung. Von ihren Ursprüngen in der Sozialdemokratie über die Gründung der KPD bis heute. Dabei wird die Geschichte der Sozialdemokratie bzw. dem so genannten „demokratischen Sozialismus“ als Waffe gegen den wissenschaftlichen Sozialismus einer besonderen Betrachtung unterzogen

Literatur: Es wird für diesen Teil ein Reader zusammengestellt mit Auszügen aus folgenden Texten: J.W. Stalin: Fragen des Leninismus // Geschichte der KPdSU(B) // Wissenschaftlicher Kommunismus, Lehrbuch für das marxistisch-leninistische Grundlagenstudium, Berlin (DDR) 1976 // W.I.Lenin: Bedingungen für die Aufnahme in die Kommunistische Internationale (1920) // W.I.Lenin: Brief an einen Genossen über unsere organisatorischen Aufgaben (1902) // W.I.Lenin: Der „linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus // J.W.Stalin: Die Partei vor und nach der Machtergreifung // Leninismus – Lesehefte für Schulen und Selbstunterricht: Heft 1 (Was ist Leninismnus), Heft 2 (Die Theorie der proletarischen Revolution) sowie Heft 7 (Strategie und Taktik) // J.W.Stalin: Vierte Beratung des ZK der KPR(B) mit den verantwortlichen Funktionären der nationalen Republiken und Gebiete. // W.I.Lenin: Was tun?// W.I.Lenin: Entwurf des Programms der KPB(B. // G.Dimitroff: Probleme der Einheits- und Volksfront (Reden und Aufsätze, so u.a. auf dem VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale) // Sammlung von Texten Lenins: W.I. Lenin - Gegen den rechten und linken Opportunismus und den Trotzkismus. // Verschiedene Herausgeber: Geschichte der deutschen Sozialdemokratie 1863-1975 // Wolfgang Abendroth: Aufstieg und Krise der deutschen Sozialdemokratie. // Max Seydewitz: Stalin oder Trotzki. // Michael Sayers/Albert E.Khan: Die große Verschwörung. // Harpal Brar: Perestrojka

4. Grundlegende strategische Maximen der kommunistischen Bewegung beim Aufbau des Sozialismus

- Der Sozialismus als erste Phase der kommunistischen Gesellschaft; grundsätzliches Ziel: die kommunistische Gesellschaft.   - Diktatur des Proletariats und Klassenkampf im Sozialismus; Verteidigung der Revolution.    - Gesamtgesellschaftliche Planung, Eigentumsfragen, Grundgesetze der sozialistischen Produktionsweise; Warenproduktion und Warenzirkulation als dem Sozialismus grundsätzlich wesensfremd, als Relikte des Kapitalismus. Rolle und Funktion derselben im Sozialismus.    - Revisionismus als Grundlage für die Konterrevolution und die Niederlage des Sozialismus in den sozialistischen Ländern Osteuropas sowie dessen Rolle in der kommunistischen Weltbewegung

Literatur: Es wird für diesen Teil ein Reader zusammengestellt mit Auszügen aus folgenden Texten:

Marx/Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. // W.I. Lenin: Staat und Revolution. // Leninismus – Lesehefte für Schulen und Selbstunterricht: Heft 3 (Die Diktatur des Proletariats) sowie Heft 4 (Der Kampf um den Sieg des sozialistischen Aufbaus). //

J.W.Stalin: Fragen des Leninismus. // J.W.Stalin: Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR. // Autorenkollektiv:  Lehrbuch der politischen Ökonomie. // Harpal Brar: Perestrojka. // „offen-siv“-Sonderheft: Der Revisionismus. // Kurt Gossweiler: Taubenfusschronik, Band 1 und 2. // Kurt Gossweiler: Wider den Revisionismus

5. Analyse der aktuellen Situation

- Imperialismus heute, 1. Teil: Analyse der so genannten Neuen Weltordnung; Strategien und Dominanz des US-Imperialismus, wachsende Konkurrenz der imperialistischen Zentren, insbesondere zwischen dem US-Imperialismus und dem entstehenden europäischen Imperialismus (BRD-Imperialismus als führende imperialistische Macht in Europa); Kriegsgefahr und zunehmende Faschisierung der entwickelten imperialistischen Staaten; Aktualität der Leninschen Imperialismustheorie

- Imperialismus heute, 2. Teil: Rolle und Strategie des deutschen Imperialismus im Rahmen der so genannten Neuen Weltordnung: Strategien und Kontinuitäten des deutschen Imperialismus seit der Reichsgründung 1871.

Abschließende Diskussion zu a) und b) : US-Imperialismus, EU-Imperialismus, BRD-Imperialismus – Kräfteverhältnisse, Einschätzungen, Aufgaben der Kommunisten heute: Was bedeutet heute Antiimperialismus? In diesem Zusammenhang muss sich das Verständnis von Lenins Imperialismustheorie bewähren als Analyse eines Systems und nicht eines bestimmten, sich kriegerisch gebärdenden Landes. (Stichwort: Imperialismus ist nicht da, wo geschossen wird – sein Friede ist aus demselben Stoff wie sein Krieg).
Entlarvung von Forderungen nach "ziviler" Gegenmacht als Illusionen eines nicht-imperialistisch organisierten Kapitalismus.
Bildung eines aktuellen Begriffs vom "proletarischen Internationalismus" angesichts der Kriege gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak etc.

- Aktuelle Kämpfe und die Strategie der kommunistischen und Arbeiterbewegung sowie antiimperialistischer, progressiver, revolutionärer und demokratischer Kräfte in den Zentren und im Trikont. Zwei Beispiele aus dem Trikont: Irak/Naher Osten und Lateinamerika/Venezuela/Kolumbien

- Strategische Konzeptionen der linken und kommunistischen Bewegung in Europa und insbesondere auch der BRD

Literatur: Harpal Brar: Imperialismus im 21. Jahrhundert (ist angeschafft), // „offen-siv“-Konferenzband: Imperialismus und antiimperialistische Kämpfe im 21. Jahrhundert (wird gestellt) // Textsammlung aus Reinhard Opitz "Europastrategien des Deutschen Kapitals 1900-1945", (wird zur Verfügung gestellt)//

Reader mit Auszügen aus:W.I. Lenin "Rohentwurf der Thesen für einen offenen Brief an die Internationale Sozialistische Kommission und alle sozialistischen Parteien", LW Bd. 23, S. 210 ff // W.I. Lenin "Die Aufgaben des Proletariats in unserer Revolution"/Abschnitt "Die Lage in der sozialistischen Internationale", LW Bd. 24, S. 59-66 //  W.I. Lenin "Ursprünglicher Entwurf der Thesen zur nationalen und kolonialen Frage", LW Bd. 31, S. 132 ff // 

W.I. Lenin, "Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" (ist angeschafft)


III. Methode: (für jede Arbeitsphase des Programms)

1. Einführungsseminare als Impulsveranstaltungen: Überblick über den Inhalt und Einsicht in den Zweck jeder Studiumsphase mit überblickartigen Vorträgen zu den inhaltlichen Blöcken, anschließend Fragen und Diskussionen. Dabei Mitschriften über inhaltliche Eckpunkte, Probleme und Fragen anlegen.

2. Selbständige konkrete Bildungsarbeit vor Ort in den Gruppen oder individuell – anhand von Literaturangaben, den Mitschriften aus den Einführungsseminaren und Diskussionen via Internet mit den anderen Teilnehmern/innen und/oder den Teamern des Fernstudiums.

3. Lernzielkontrolle und Rückmeldung an die Teilnehmenden über eventuelle theoretische Unschärfen. Jede/r einzelne Teilnehmer/in schreibt eine Art Klausur, die der/die jeweilige Teamer/in intensiv durchsieht und mit Kommentaren versehen zurücksendet, so dass Lernfortschritte und eventuelle Lernprobleme sichtbar werden.

4. Zwischenseminar, worin die Probleme, Fragen und evtl. Unklarheiten, die sich in der Lernzielkontrolle gezeigt haben, aufgenommen und geklärt werden können.

Außerdem soll es je ein gemeinsames zweitägiges Anfangs- und Abschlussseminar geben.


IV. Didaktischer Aufbau und Zeitstruktur 

Variante 1 Variante 2
Allgemeines Anfangsseminar für alle
Danach Aufteilung und jeweilige Einführungsseminare
1. Jahr:

Teamer: Frank Flegel

Ökonomie 1. Teil
Arbeitsphase: Vier Monate, Zwischenseminar

Einführungsseminar: Ökonomie 2. Teil
Arbeitsphase: Vier Monate, Zwischenseminar

Einführungsseminar Ökonomie, 3. Teil und Überblick über die Gesellschaftsformationen
Arbeitsphase: Vier Monate.
1. Jahr:

Teamer: Michael Opperskalski und Andrea Schön

Aktuelle Situation, Trikont und Europa/BRD
Arbeitsphase: Vier Monate, Zwischenseminar

Einführungsseminar: Grundlegende strategische Maximen der Kommunisten gegen das Kapital
Arbeitsphase: Vier Monate, Zwischenseminar

Einführungsseminar: Grundlegende strategische Maximen der Kommunisten beim Aufbau des Sozialismus
Arbeitsphase: Vier Monate


Gemeinsames Zwischenseminar,
zunächst Abschlussseminare der letzten Phase sowie des ganzen ersten Jahres mit den alten Teamern,
dann Teamerwechsel,
neue Einführungsseminare in den Stoff des 2. Jahres mit den neuen Teamern
2. Jahr

Teamer: Michael Opperskalski und Andrea Schön

Grundlegende strategische Maximen der Kommunisten gegen das Kapital.
Und: Grundlegende strategische Maximen der Kommunisten beim Aufbau des Sozialismus.
Arbeitsphase: Acht Monate, Zwischenseminar

Einführungsseminar Aktuelle Situation, Trikont und Europa/BRD
Arbeitsphase: vier Monate
2. Jahr

Teamer: Frank Flegel

Gesellschaftsformationen und Ökonomie, 1. Teil
Arbeitsphase: fünf Monate, Zwischenseminar

Einführungsseminar Ökonomie, 2. Teil
Arbeitsphase: Vier Monate, Zwischenseminar

Einführungsseminar Ökonomie, 3. Teil
Arbeitsphase: drei Monate
Gemeinsames Abschlussseminar,
zunächst Abschlussseminare der letzten Phase sowie des ganzen zweiten Jahres mit den jew. Teamern,
danach: Abschlussseminar des gesamten Fernstudiums mit allen Teilnehmern und Teamern

V. Spendenaufruf

Fahrt- und Unterkunftskostenhilfe:

Wir brauchen einen Hilfsfonds für die Unterstützung junger Genossinnen und Genossen, die sich die Fahrten, die Unterkunftskosten und/oder die Anschaffung der notwendigen Bücher nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten leisten können.

Spendenkonto: Konto Frank Flegel,

Kt.Nr.: 30 90 180 146 bei der Sparkasse Hannover, BLZ 250 501 80, Kennwort: Fernstudium

Literaturbeschaffung:

Wir brauchen kostengünstig oder als Sachspende Exemplare des 1. Bandes von Karl Marx: „Das Kapital“, möglichst in der Ausgabe des Dietz-Verlages (wegen der Vergleichbarkeit der Seitenangaben).


VI. Anmeldung

Entweder brieflich an: Offensiv, Frank Flegel, Egerweg 8, 30559 Hannover (siehe Faltblatt in der Mitte des Heftes

oder per E-Mail an: redaktion@offen-siv.com

Redaktion Offensiv, Hannover

Berichte

Michael Kubi

Das Fernstudium von offen-siv. Ein Erlebnisbericht.

Am 4. und 5. März fand das Anfangsseminar des Fernstudiums von offen-siv statt. Strausberg, eine kleine Ortschaft mit 26.000 Einwohnern, 30 km östlich von Berlin war Tagungsort des Anfangsseminars. Auch wenn die Ortschaft klein und unscheinbar zu wirken scheint, hat sie eine Besonderheit: Viele Straßen und Plätze sind nach großen Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung benannt; so gibt es eine Ernst-Thälmann-Straße, eine August-Bebel-Straße etc. Das heißt also, dass Straußbergs Straßen und Plätze im Großen und Ganzen vor einer Umbenennung in Folge der Annektion der DDR durch den deutschen Imperialismus verschont geblieben sind, was nicht zuletzt daran liegt, dass die PDS die stärkste Partei in Strausberg ist.

Aufmerksam auf das Fernstudium bin ich geworden, als ich die Homepage von offen-siv besuchte. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich da mitmachen wollte oder es doch lieber sein lassen würde. Gründe dafür waren, ob ich mir das leisten könnte und ob ich Zeit dafür hätte; aber ein Interesse bestand allemal. Kurz vor Weihnachten 2005 entschied ich mich dann doch, am Fernstudium teilzunehmen, eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe.

Im Januar kriegte ich das erste Schreiben von offen-siv. Neben der Information, wann und wo das Anfangsseminar stattfindet, erhielt ich auch einen Fragebogen über meinen Wissensstand und Literaturbestand, den es auszufüllen und zurückzuschicken galt.

Was versprach ich mir vom Fernstudium? Ich würde zwar nicht sagen, dass ich in Grundfragen des Marxismus-Leninismus ungebildet bin. Dennoch bestehen in manchen Fragen Wissenslücken, die es zu füllen gilt. Da ist das Fernstudium eine optimale Hilfe, meine Unkenntnis in gewissen Themenbereichen zu füllen. Zum anderen war das Fernstudium eine Möglichkeit neue Genossen kennenzulernen und sich mit diesen auszutauschen. Meine Vorstellungen wurden zu 100 Prozent erfüllt.

Das Seminar begann am 4. März um 14 Uhr. Es kamen ca. 40 Leute aus allen Ecken Deutschlands, sogar das stockkonservative Bayern war stark vertreten. Zuerst erfolgte die Begrüßung, die Einteilung in die Unterkünfte, die Einsammlung der Finanzen, sowie die Verteilung des Schulungsmaterials. Die KPD(B) war so freundlich, für uns das Material kostenlos zu drucken, was die Finanzierung des Fernstudiums um einige Euros billiger machte. Hier möchte ich noch mal meinen Dank an die Genossen der KPD(B) ausrichten.

Danach folgte die Einteilung in die Lerngruppen. Eine Gruppe fing mit dem Bereich Ökonomie an, welcher von Frank Flegel geführt wurde. Die andere Gruppe begann mit dem politischen Teil, zu dem auch ich gehörte. Die Teamer des politischen Teils sind Michael Opperskalski und Andrea Schön. Nach einem Jahr Lernzeit werden die Lerngruppen ihre Teamer wechseln.

Gegen 16.30 Uhr fand dann ein großes Ereignis statt. Kurt Gossweiler stattete uns einen Besuch ab und hielt einen spannenden Vortrag über sein politisches Leben, über seine Zeit in der Karl-Marx-Schule in Berlin-Neukölln, im Sozialistischen Schüler Bund SSB, seiner antifaschistischen Widerstandsarbeit im KJVD, sein Überlaufen zur Roten Armee, seine Arbeit als Historiker in der DDR, um nur einiges zu nennen. Ich möchte hier nicht zu ausschweifend werden, wer aber ein Interesse an der Biographie Gossweilers hat, der kann sie unter http://www.kurt-gossweiler.de/bio.htm nachlesen. Kurt Gossweiler ist zwar schon 88, aber immer noch mit Leib und Seele Kommunist, einer von dem man viel lernen kann und das gibt einem jungen Genossen wie mir (ich bin grade mal 21 Jahre jung) viel Kraft und Hoffnung. Als Schlusswort sagte Gossweiler in seinem ca. 2 Stunden langen Vortrag, dass, wenn er solche und ähnliche Veranstaltungen besucht, diese doch von „Grauköpfen“ dominiert werden, hier dies aber ganz anders sei, die jungen Leute überwiegen (die Hälfte der Teilnehmer oder mehr waren junge Leute unter 30) und das gäbe ihm viel Hoffnung – mir auch!

Den Sonntag verbrachte man dann hauptsächlich in den einzelnen Lerngruppen; bei mir also in der Politik-Gruppe. Es gab eine Einführung in das gesamte erste Jahr und eine Einführung in den ersten Vier-Monats-Abschnitt. Auch hier möchte ich nicht ins Detail gehen, aber kurz gesagt werden folgende Themen behandelt werden: Grundlegende strategische Maximen der Kommunisten im Kampf gegen das Kapital, Lenins Parteitheorie, Bündnispolitik, Revisionismus, Trotzkismus im ersten 4-Monatsabschnitt, Aufbau des Sozialismus, Sozialismus als 1. Phase des Kommunismus, Diktatur des Proletariats, Klassenkampf im zweiten 4-Monatsabschnitt und die aktuelle Situation in der BRD, EU, den Trikontstaaten etc., Befreiungskämpfe, Strategie der kommunistischen Bewegung etc. im letzen 4-Monatsabschnitt der Politik-Gruppe. Zwischen den einzelnen 4-Monatsabschnitten finden Zwischenseminare statt.

Es wird dann ein weiteres Einführungsseminar stattfinden, in dem der Stoff des zweiten Jahres mit den jeweils neuen Teamern besprochen wird. Das wäre für mich also das ökonomische Jahr. Hier geht es um Grundlagen der Dialektik, Materialismus, Mehrwerttheorie, den Überblick über die Gesellschaftsformationen, die kapitalistische Akkumulation. Lenins Imperialismustheorie usw.

Wie man sieht ist es eine Menge Stoff, folglich gibt es viel zu lernen. Aber sowohl bei mir, als auch bei den anderen Teilnehmern gibt es eine große Bereitschaft, dies zu lernen und zu verstehen.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen: oft wurde behauptet, dass so ein Fernstudium nicht machbar sei. Ich sage, es ist machbar, weil ich selber mit großem Enthusiasmus dabei bin und genauso geht es allen anderen Teilnehmern. Das offen-siv-Fernstudium ist das erste Studium einer Art, um die Grundlagen des Marxismus-Leninismus verständlich zu machen. Zwar organisieren einzelne Gruppen und Parteien ihre Studiengänge, jedoch decken sie entweder nur einzelne Themenbereiche ab oder dienen der Parteipropaganda. Aber – seit dem zweiten Weltkrieg, oder sogar früher – hat es in Deutschland noch niemals solch ein Projekt gegeben, den Menschen alle Grundlagen des Marxismus-Leninismus beizubringen und ich bin froh, dazu zu gehören!

Es wird uns viel Kraft und Zeit kosten, weil es eine Menge ist, die wir in zwei Jahren lernen müssen, aber diese Zeit und Kraft nehme ich gerne auf, denn es geht um eine gerechte Sache!

Rotfront!

Michael Kubi
Frankfurt/Main


Klaus Müller

Der Aufprall einer Stecknadel hätte in den Ohren geschmerzt

Über den Beginn des marxistisch-leninistischen Fernstudiums der Zeitschrift „offen-siv“

Am 4. und 5. März 2006 fand in Strausberg bei Berlin das Einführungsseminar des marxistisch-leninistischen Fernstudiums der Zeitschrift „offen-siv“ statt. Über vierzig Interessierte waren unter zum Teil widrigen Bedingungen aus allen Teilen der Republik angereist.

Die Einstimmung auf das Seminar gestaltete der Genosse Kurt Gossweiler mit lebendigen Schilderungen über prägende Ereignisse und Erlebnisse seines Lebens. Lange habe ich keine ähnliche Veranstaltung erlebt, in der dreiundvierzig wissbegierige vorwiegend junge Genossinnen und Genossen zwischen achtzehn und zwanzig Jahren sowie einige „ältere Semester“ so die Ohren spitzten. Genosse Kurt Gossweiler ließ seine Schülerjahre an der Karl Marx Schule in Berlin, den Widerstand gegen den Faschismus, an dem er schon als 17-jähriger teilnahm, die Ermordung seiner Freunde durch die Nazis, den Überfall der faschistischen Wehrmacht auf Frankreich und kurze Zeit später auf die Sowjetunion, das Elend seiner Einberufung in die faschistische deutsche Armee und seinen Übertritt auf die sowjetische Seite wie in einem Film vor unseren Augen erstehen. Er beschrieb, wie er nach dem Krieg an der Antifa-Schule in Tula in der Sowjetunion zunächst lernte und dann lehrte, dann, zurück nach Deutschland, ungläubig das Treiben eines Chruschtschow in Presseberichten verfolgte, bis ihm die Ereignisse die Gewissheit gaben, dass sich ein Revisionist und Verräter in die Führungsspitze der Sowjetunion geschlichen hatte.

Danach bereiteten die Teamer die Teilnehmer im Plenum und in zwei Lerngruppen auf die Methoden und Inhalte des Fernstudiums vor. Eine Lerngruppe wird sich im ersten Jahr des Studiums die ökonomischen Grundlagen des Marxismus erarbeiten, die zweite Lerngruppe wird mit der Politik beginnt und sich mit den Grundlagen des Leninismus vertraut machen. Im zweiten Jahr werden die Studieninhalte zwischen den Lerngruppen getauscht.

Beeindruckend war für mich, mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welcher Selbstlosigkeit die verantwortlichen Genossen ihre Arbeit gemacht haben, wie sie uns eingestimmt und angespornt haben, welcher kameradschaftliche Geist herrschte.

Wir Teilnehmer sind sehr motiviert nach Hause gefahren. Wir haben gleich mit der Lektüre begonnen und unsere Kontakte vertieft, denn wir Fernstudenten bleiben auch nach dem Einführungsseminar regional durch Treffen in Kontakt. Zur Unterstützung des Studiums steht ein speziell für uns eingerichtetes Internet-Forum zur Verfügung, das, wie die Beteiligung nach nunmehr gut drei Wochen zeigt, rege genutzt wird.

Das lässt auf gute Ergebnisse hoffen. Es ist das erste und bisher einzige Fernstudium mit solch umfangreichen Inhalten und in dieser Art.

Klaus Müller, Niedersayn


Frank Flegel:

Bericht vom Zwischenseminar des marxistisch-leninistischen Fernstudiums der Zeitschrift „offen-siv“, Gruppe Ökonomie, 28. 10. 06

Am 28. 10. 2006 fand das zweite Zwischenseminar der Gruppe Ökonomie unseres Fernstudiums statt, Tagungsort war Erkner bei Berlin. Die Teilnehmer/innen hatten rund drei Wochen vorher Kontrollfragen bekommen, die dazu dienten, beim Zwischenseminar in Erkner eventuelle Unklarheiten und Missverständnisse zu klären bzw. Lücken aufzuarbeiten.

Hier der Fragenkatalog:

  1. Wiederholung aus der ersten Etappe: stelle kurz die Grundlagen der Mehrwertproduktion dar.
  2. Was versteht man unter absoluter Mehrwertproduktion?
  3. Was versteht man unter relativer Mehrwertproduktion?
  4. Erkläre die „Jagd nach dem Extraprofit“!
  5. Was ist der „Fetischcharakter der Ware“?
  6. Warum kann man auch von einem Fetischcharakter des Geldes und des Kapitals sprechen?
  7. Erkläre die Entstehung eine „notwendig falschen Bewusstseins“, das Marx auch die „richtigen Widerspiegelung des falschen Scheins“ nennt! Beantworte die Frage anhand zweier Beispiele,

6.1.: am Beispiel der Legende, mit dem Arbeitslohn würde die Arbeit bezahlt: Wie kommt dieses falsche Bewusstsein zustande?

6.2.: am Beispiel der Legende, Maschinen könnten Wert schaffen: Wie kommt dieses falsche Bewusstsein zustande?

  1. Das „Kapital“ von Marx stellt die inneren Bewegungsgesetze des Kapitals dar. Das bringt einige Fragen mit sich:
    1. Wie gestaltet sich das Verhältnis von Wesen und Erscheinung, also von Logik und Empirie?
    2. Wie ist das Verhältnis von Logik und Geschichte zu bestimmen?
  2. Transferaufgabe: Versuche, den Begriff „produktive Arbeit im Kapitalismus“ zu fassen! Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Arbeit im Sinne des Kapitals „produktiv“ ist? Was ist dann „unproduktive Arbeit“ im  Sinne des Kapitals?

Zunächst haben wir also einen Blick auf die zurückliegende Etappe des Fernstudiums, die Zeit vom 1. Juli bis zum 28. Oktober 2006, geworfen. Wir beschäftigten uns nochmals mit der Marxschen Mehrwerttheorie: Kauf und Verkauf, Wert und Gebrauchswert der Arbeitskraft, Produktion von Mehrwert, Ausbeutung. Danach erörterten wir Fragen der relativen Mehrwertproduktion, vergaßen dabei auch die Jagd des Einzelkapitals nach dem Extraprofit nicht und kamen dann zur Frage der Bewusstseinsformen, also des „notwendig falschen Bewusstseins“. Hier beschäftigten wir uns nochmals rückblickend mit der Frage, warum im Kapitalismus der Eindruck entsteht, dass auch Maschinen Wert schaffen könnten.

Schließlich vertieften wir noch einige methodisch-wissenschaftliche Aspekte, so die Frage nach dem Verhältnis von Logik (Marxsche Kapitalanalyse) und Geschichte (realer Fortgang der Ereignisse). Danach waren wir bereit dazu, den Blick auf die nächste Etappe des Fernstudiums zu richten.

Die Einführung in den dritten Teil des Ökonomie-Jahres, wofür die Teilnehmer/innen konkrete Literaturhinweise (Auszüge aus K. Marx, Band I und III des „Kapital“ sowie komplett W.I. Lenin: „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ und H. Brar: „Der Imperialismus im 21. Jahrhundert“) bekamen, hatte folgende Themen: Reproduktionsprozess des Kapitals, zunächst einfache Reproduktion, ihre Voraussetzungen, ihre Resultate, dann erweiterte Reproduktion, also Verwandlung von Mehrwert in Kapital, auch hier wieder Voraussetzungen und Resultate, das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Nachdem wir uns mit der Konzentration und der Zentralisation des Kapitals beschäftigt hatten, war wichtig, hier den Zusammenhang zu den Grundbestimmungen der Warenproduktion, dem Äquivalententausch, der Wertform, der einfachen Warenproduktion usw. nicht zu verlieren, sondern sich klar zu machen, dass die mit der Akkumulation des Kapitals einhergehende Monopolisierungstendenz und die sowohl zwischen den Einzelkapitalen als auch zwischen Lohnarbeit und Kapital stattfindende reale Aufhebung des „gerechten“ Äquivalententausches (bei seiner formalen Beibehaltung) keine Fehlentwicklung einer warenproduzierenden Gesellschaft, sondern deren logische Konsequenz ist.

Daran anschließend beschäftigten wir uns mit der Profitrate. Mit steigender Produktivkraft verringert sich der Einsatz lebendiger menschlicher Arbeit, das führt im Grundsatz zu sinkenden Profitraten. Im Lichte dieser Einsicht analysierten wir die gegenläufigen Tendenzen, die den Fall abbremsen und hin und wieder auch aufheben können.

Im Ergebnis wurde deutlich, dass der Kapitalismus die durch ihn entwickelten Produktivkräfte nicht mehr beherrschen kann, dass sie sich gegen ihn richten und er zur Fessel derselben wird. So konnten wir den Begriff der allgemeinen Krise des Kapitalismus mit Inhalt füllen.

Die von Lenin in seiner Imperialismustheorie weitergeführte und zugespitzte ökonomische Analyse des Kapitalismus schloss sich hier organisch an. Wir führten uns die bekannten fünf Merkmale vor Augen und stellten fest, dass wir nun auf der Höhe der Zeit waren.

Das führte zu einem Rück- und Vorausblick. Im ersten Seminar des Fernstudiums hatten wir uns die unterschiedlichen Gesellschaftsformationen und die Gründe ihres jeweiligen Entstehens, Blühens, Siechens und schließlichen Untergehens angeschaut und konnten deshalb nun eine Epochenbestimmung vornehmen: wir leben (trotz des konterrevolutionären Sieges des Imperialismus über den europäischen Sozialismus) im Zeitalter des sterbenden Kapitalismus, also, sofern die ausgebeutete Klasse die Lage begreift und das Rad der Geschichte weiterdreht, im Zeitalter des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus/Kommunismus.

Am Schluss der Sitzung entstand eine sehr interessante Diskussion über den Zustand der kommunistischen Bewegung in Deutschland. Dass die Zersplitterung der antikapitalistischen Kräfte nicht hinnehmbar ist und deshalb Schritte zur Vereinheitlichung eingeleitet werden müssten, darüber waren wir uns sehr schnell einig. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fernstudiums wollen an diesem Thema kontinuierlich weiterarbeiten – und dies vor allem praktisch, was mich als Teamer sehr freut. Dass man dazu über den Zeitraum des Fernstudiums hinaus in Kontakt bleiben muss, war Konsens.

Zum Schluss ein persönliches Wort von mir als einem seit mehr als 30 Jahren in der antikapitalistischen Linken aktiven Menschen: Die Ernsthaftigkeit, die Atmosphäre, der Elan, die Konsequenz, also die Qualität der Arbeit, das alles war für mich sehr schön zu erleben und – gerade in diesen finsteren Zeiten – ausgesprochen ermutigend.

Frank Flegel,
Hannover (Teamer)

Michael Opperskalski:

Bericht vom Zwischenseminar des marxistisch-leninistischen Fernstudiums der Zeitschrift „offen-siv“, Gruppe Politik, 11. 11. 06 - Letzte Etappe eingeläutet

Mit dem Zwischenseminar am 11. November wieder in Frankfurt wurde die letzte Etappe für die „Politikgruppe“ vor dem großen Zwischenseminar im März 2007 in Hannover eingeläutet. Bis dahin wird sich die „Politikgruppe“ mit verschiedenen Aspekten der so genannten imperialistischen „Neuen Weltordnung“ beschäftigen, vor allem:

+ aktuelle Charakteristika der so genannten „Neuen Weltordnung“

+ Rolle des US-Imperialismus

+ Rolle des deutschen Imperialismus

+ Strategie und Taktik der kommunistischen und Arbeiterparteien in den imperialistischen Zentren, nationaler, revolutionärer und antiimperialistischer Kräfte im Trikont sowie jener Länder, die sich noch einer sozialistischen Entwicklung verbunden fühlen.

Gewünscht wurde von den Teilnehmern nähere Informationen zum Irak sowie dem Charakter des irakischen Widerstandes gegen die imperialistische Besatzung, vor allem aber auch Hintergrundinformationen zu Entwicklungen in Lateinamerika im Allgemeinen und Venezuela im Besonderen.

Zur letzten Thematik soll der fachkompetente Journalist und Historiker Ingo Niebel aus Köln eingeladen werden.

Außerdem wird im Februar 2007 auf Wunsch der Teilnehmer der „Politikgruppe“ ein Sondertreffen zu Fragen und Hintergründen des so genannten „Stalinismus“ stattfinden.

Auf dem Zwischenseminar „abgearbeitet“ wurde allerdings auch der Themenstoff der vorangegangenen Lernetappen, der in folgenden Fragestellungen zusammengefasst wurde:

- Was unterscheidet den Sozialismus vom Kommunismus?

- Was bedeutet konkret, strategisch und taktisch „Diktatur des Proletariats“? Warum ist sie notwendig?

- Gibt es Klassenkampf im Sozialismus? Warum?

Wie ein roter Fahnen durchzogen auch dieses Zwischenseminar Diskussionen der Teilnehmer darüber, wie und in welcher Form die Teilnehmer nach Ende des Fernstudiums zusammen bleiben können/werden, vor allem aber auch nach der notwendigen Einheit der Kommunisten auf marxistisch-leninistischer Grundlage. 

Michael Opperskalski,
Köln (Teamer)