Zeitschrift für Sozialismus und Frieden                                                                                     15/03

Herausgeber: Verein zur Förderung demokratischer Publizistik (e.V.)

Spendenempfehlung: 1,60 E                                                                                                                    

 

Ausgabe November-Dezember 2003

 

Jubiläumsausgabe 10 Jahre Offensiv

 

 

Redaktionsnotiz

10 Jahre Offensiv

   Redaktion Offensiv: Kurzer politischer Rückblick auf die Entwicklung der Zeitschrift

   Frank Flegel: Herausgabe-Statistik – 10 Jahre „Offensiv“

   Anna C. Heinrich: Immer am Abgrund entlang – die Finanzen

   Anna C. Heinrich / Frank Flegel: Von schönen Witzbolden und Leuten, denen es nicht so gut geht

   Niedersächsisches Innenministerium, Verfassungsschutzbericht: Linksextremismus. Offensiv

Zur politischen Situation in der Ukraine

    Wladimir Gerasimtschuk: Den Reformkurs ändern!

Irak

     Irakische Kommunistische Partei (Kader): Appell an die Arbeiter, Bauern und Studenten des Irak

Zur politischen Ökonomie des Sozialismus

     Hermann Jacobs: Die ökonomische Form des Revisionismus

     Anhang: Die zwei Formen der Aneignung

Zum Gegensatz von Theismus und Atheismus

     Vera Butler: Religion und Atheismus

Zur Zeit lieferbare Titel 


 

Redaktionsnotiz

Dies Heft ist unser Jubiläumsheft. 10 Jahre Offensiv sind uns einen Rückblick und eine Reflexion des bisher Getanen wert. Obwohl wir versucht haben, uns kurz zu fassen, nimmt dieser Block rund ein Drittel des Heftes ein.

Ansonsten findet Ihr ein Schlaglicht auf die Parteiensituation in der Ukraine, ein unserer Meinung nach sehr interessantes Dokument aus der Kommunistischen Partei des Irak – allerdings nicht von der Führung bzw. vom Sekretariat, sondern von der Opposition gegen den Kapitulantenkurs der Führung.

Fragen der politischen Ökonomie des Sozialismus beschäftigen uns noch immer. Da es sich hierbei um ein kompliziertes und auch um ein sehr stark emotional besetztes Thema handelt, wird der Klärungsprozess wahrscheinlich auch noch eine Weile dauern.

Die Bemerkungen von Vera Butler zu Religion und Atheismus passen in die Zeit, da immer mehr Menschen ihr Heil bei Sekten, Esoterik und ähnlichem Woodoo-Krams suchen. Deshalb bringen wir ihren Artikel gern, auch wenn wir nicht alle ihrer Thesen teilen.

Im Jahr 2003 haben wir 15 Hefte herausgebracht – und sind doch eigentlich eine Zwei-Monats-Zeitschrift! Dass es möglich war, so viele Hefte zu realisieren, hatte mehrere Ursachen: Gute Manuskripte, das Fertig-Werden der Stalin-Arbeiten von Ulrich Huar und – als wichtigste Bedingung, die erfüllt sein muss – viel Geld wegen der anonymen Spende von 5.000,- € zur  Jahreswende (Ihr erinnert Euch sicherlich). Leider ist es uns bis heute nicht gelungen, den Spender bzw. die Spenderin ausfindig zu machen, und leider hat sich auch niemand bei uns gemeldet. Wir können also nur nochmals unbekannterweise sagen: „Vielen herzlichen Dank“!

Das Finanzpolster ist aufgebraucht. Wir haben zum Zeitpunkt, da diese Zeilen geschrieben werden (30.11.03) noch rund 900,- € in der Kasse, werden in diesem Jahr für die beiden letzten Hefte aber (Nr. 14 und 15) rund 1800,- € brauchen. Deshalb rufen wir, eigentlich wie immer zum Ende des Jahres, zu einer Spendenkampagne für die „Offensiv“ auf!

Sichert das weitere Erscheinen! Spendet für die „Offensiv!“ Wir brauchen ein kleines Polster, um über das Jahr zu kommen!

Spendenkonto: Konto Frank Flegel, Nr. 3090180146 bei der Stadtsparkasse Hannover, BLZ 250 501 80, Kennwort „Offensiv“.

Für Auslandsüberweisungen: Konto Frank Flegel,

Internationale Kontonummer (IBAN): DE10 2505 0180 0021 8272 49,             

Bankidentifikation (BIC): SPKHDE2H                             (ACHTUNG! Der BIC-Code ist neu!)

                                                                                                                     Redaktion Offensiv, Hannover

 

10 Jahre Offensiv

Redaktion Offensiv: Kurzer politischer Rückblick auf die Entwicklung der Zeitschrift

Wir glauben, dass sich die Entwicklung der „Offensiv“ bisher in drei Etappen vollzogen hat – jeweils bestimmt von der politischen Lage und unseren Aktivitäten im politischen Kampf.

1. Phase: der Kampf in der PDS.

Im September 1993 übernahmen wir ein bis dahin ca. fünfmal erschienenes kleines Blättchen der PDS Hannover – namens „offen-siv“. Die Oktober-Ausgabe 1993 (12 Seiten) war die erste Ausgabe in unserer Regie.

In dieser Anfangsphase – wir waren gerade neu in der PDS, nämlich im Sommer 1993 in die Kommunistische Plattform eingetreten – diente uns die „Offensiv“ als Hilfe für unsere innerparteilichen Auseinandersetzungen. Es gab heftige Kämpfe zwischen marxistisch orientierten und reformistischen Kräften in der Partei. Wir versuchten mit allen unseren Möglichkeiten die antikapitalistische Seite zu stärken, - und das auf verschiedenen Ebenen: wir übernahmen Ämter in der PDS (Kreis- und Landesvorsitz, Sitz im Bundesparteirat der PDS) und gleichzeitig in der KPF (Mitarbeit im Koordinierungsrat und Parteitagsmandat). Trotz aller Bemühungen mussten wir aber feststellen, dass es keine Fortschritte gab, ja dass der Einfluss der Kommunisten in der PDS immer geringer wurde.

Das Problem war mehrschichtig. Erstens blieben uns die Reformisten zahlenmäßig und vor allem im Zugriff auf die innerparteilichen Ressourcen und Medien überlegen. Zweitens waren in unseren Reihen einige Wankelmütige, also Genossinnen und Genossen, die der Auseinandersetzung lieber aus dem Weg gingen, lieber mit allen auskommen wollten und so die Einheit der marxistischen, antirevisionistischen Kräfte gefährdeten. Drittens begingen wir mindestens zwei schwere taktische Fehler (Rauswurf des Bundestagsabgeordneten Rolf Köhne aus der KPF-Hannover, nachdem er sich als Sprecher des Bündnisses „Linke Liste“ hatte wählen lassen und einige Tage später in der PDS-Versammlung gegen die Linke Liste und für eine Alleinkandidatur der PDS votiert hatte – und der Versuch, die KPF-Hannover von den schwankenden Leuten mittels Kandidatenstatus abzugrenzen. Beides ist zwar grundsätzlich nicht falsch, war damals aber schwer vermittelbar.) Viertens gelang es uns nicht, in der Gesamtpartei einen konsequenten Kurs durchzusetzen. Die Führung der KPF ging selten oder nie auf unsere Vorschläge ein. (Bildungs- und Forschungsarbeit, Gründung einer Theorie- und Analysezeitschrift, Ausbau der KPF als Sammelbecken der innerparteilichen Opposition, Entwicklung einer eigenständigen Politik der KPF; das alles, um die Stärke zu gewinnen, den Kampf um die Macht in der Partei zu führen.) Als die Durchführung von Basiskonferenzen zur Vereinheitlichung von Standpunkten zunächst zähneknirschend bejaht, bei der nächsten Gelegenheit aber abgelehnt wurde, stattdessen immer vom „kulturvollen Umgang“ und von „ausgewogenen Erklärungen“ die Rede war (diesen „kulturvollen Umgang“ strebte die KPF-Führung allerdings im Umgang mit der Parteirechten an, unseren Aktivitäten gegenüber ging es nicht ganz so „kulturvoll“ zu, so wurde z.B. über die Basiskonferenz und die danach von uns organisierten Inhaltskonferenzen verbreitet, dass diese Unternehmungen gefährlich seien und man dort lieber nicht hingehen sollte), als also dies alles geschehen war, mussten wir wohl oder übel feststellen, dass mit diesen Kräften und den Verhältnissen, wie sie waren, die PDS nicht mehr zu retten war. Wir konnten es zwar fast nicht glauben, dass die SED so einfach zu entsorgen war, aber die Revisionisten und Reformisten haben es geschafft, daraus eine Partei zu machen, die noch nicht einmal mehr für Reformen taugt, wie man heute ja sehr deutlich sieht.

Die Beendigung des innerparteilichen Kampfes wegen Aussichtslosigkeit des Unterfangens konnte nun aber nicht bedeuten, die Genossinnen und Genossen einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Wir mussten weitermachen. So entstand die

2. Phase: die Bemühung um die Einheit der Linken.

Aus der von der KPF-Führung ungeliebten Idee von Basiskonferenzen gingen die danach von uns zwar gemeinsam mit anderen, aber ohne KPF-Unterstützung, vielmehr gegen ihren Willen durchgeführten „Inhaltskonferenzen der Linken“ hervor. Für diese Konferenzen hatten wir zu einem Koordinierungstreffen nach Magdeburg eingeladen – und es kamen Genossinnen und Genossen aus der PDS, der DKP, der KPD, von der GRH, vom Marxistischen Zirkel aus Hamburg usw. Ziel der Sache war, strittige bzw. von uns als sehr wichtig angesehene Themen gemeinsam zu diskutieren und so einer Vereinheitlichung der Standpunkte näher zu kommen. Wir verabredeten unterschiedliche Konferenzen in verschiedenen Städten, nahmen uns Themen vor wie „Reform und Revolution“, „Sozialstaatsillusion“, „Neue Weltordnung“ und ähnliches – und führten die Konferenzen mit unterschiedlich großer Resonanz, aber recht ordentlichem inhaltlichen Niveau durch. Allerdings zeigte sich bald, dass der Trägerkreis ein zu unterschiedliches Spektrum repräsentierte, dass z. B. die einen noch mit der PDS-Führung und der PDS-Bundestagsfraktion auskommen wollten bzw. mussten, die nächsten keinerlei Kritik an der DKP-Führung zulassen konnten – trotz deren gerade veröffentlichter Sozialismus-vorstellungen - die trotzkistisch angehauchten Kräfte die Konferenzen in eine oppositionelle Stellung zum Sozialismus in der DDR und der UdSSR führen wollten und noch vieles mehr. So mussten wir einsehen, dass auch unsere zweite Orientierung, nämlich die auf eine unvoreingenommene, also offene theoretische Diskussion nicht wirklich möglich war, dass wir stattdessen erneut einer Illusion erlegen waren. Als fast nur noch wir und die trotzkistischen Kräfte übrig waren, verließen wir das Bündnis. Die Verbliebenen wollten die Inhaltskonferenzen selbständig weiterführen. Dass dann keine einzige mehr stattfand, ist bezeichnend.

Aber die Inhaltskonferenzen brachten uns neue Kontakte, hier und da auch mehr Einfluss, sie brachten uns aber vor allem ein neues Schwergewicht in der Arbeit mit der „Offensiv“: Theorie! Wir entwickelten uns Schritt für Schritt weg von einer politisch-agitatorischen Zeitschrift, die sich kämpfend gegen den reformistischen Sumpf stellt und hin zu einer analytisch-theoretischen Zeitschrift, die inhaltlich gegen Revisionismus und Verdrehung der Marxschen Theorie auftritt, Diskussionen zulässt und unterschiedliche Standpunkte zu Wort kommen lässt - mit allerdings noch immer dem gleichen antirevisionistischen Anliegen. Die Leserschaft veränderte sich zusehends, wurde breiter und ging weit über die Grenzen der PDS hinaus. Wenn auch das Projekt Inhaltskonferenzen nicht weitergeführt werden konnte und – wegen der schon oben genannten Gründe – als gescheitert angesehen werden muss, so war diese Phase für uns doch eine Vorbereitung auf die nächste Etappe.

3. Phase: Theoriearbeit, Hintergrundinformation, Antirevisionismus

Wir hatten über unsere eigenständigen Aktivitäten inzwischen einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Das Nicht-Funktionieren des Bündnisses, welches die Inhaltskonferenzen getragen hatte, bestärkte uns darin, die nächsten Vorhaben allein oder nur mit wenigen und politisch zuverlässigeren Partnern anzugehen.

Analyse, Theoriebildung, Theorievermittlung, Diskussion, Kritik, das waren unsere Schwer-punkte. Angesichts der Diffamierung der DDR beschlossen wir, eine Veranstaltung durchzuführen, die gegen diese Unsitte in der Linken gegenhalten sollte: „50 Jahre DDR – Konferenz zur Verteidigung des revolutionären Erbes“. Wir versuchten als Mitstreiter den RotFuchs, die Weißenseer Blätter und die Kommunistische Arbeiterzeitung (KAZ) zu gewinnen. Leider sagten alle aus unterschiedlichen Gründen ab[1]. So führten wir die Konferenz dann allein durch. Sie wurde trotz allem ein großer Erfolg – und führte zu unserer ersten Buchveröffentlichung. Gleichzeitig zeigte sie, dass wir inzwischen eine nicht unbeträchtliche Mobilisierungskraft gewonnen hatten: es kamen – trotz vorhandener Gegenmobilisierung von DKP-Führung, KPF-Führung und PDS - mehr als 100 Genossinnen und Genossen, wir verkauften nach der Konferenz weit über 1.000 Exemplare des Buches.

Das machte uns optimistisch. Und nachdem öffentlich deutlich geworden war, dass wir nicht die verrückten Linksradikalen sind, die nichts zu organisieren verstehen, sondern dass wir durchaus  solide und klar strukturiert sind, war das Organisieren einer Konferenz zu Fragen der imperialistischen Entwicklung und der Gegenwehr wesentlich einfacher. „Imperialismus und anti-imperialistische Kämpfe im 21. Jahrhundert“ wurde von „Offensiv“ und „RotFuchs“ gemeinsam durchgeführt, war international beispiellos gut besetzt und ein sehr großer Erfolg. Die Resultate veröffentlichten wir in unserem zweiten Buchprojekt (davon haben wir inzwischen knapp 1.000 Exemplare unter die Leute gebracht.)

Durch diese beiden Veranstaltungen und deren Begleitung in der Zeitschrift erschlossen sich uns weitere Kreise, wir wurden noch bekannter, die Qualität der Beiträge in „Offensiv“ wuchs. Dadurch wurden wir eine unabhängige Theorie- und Debattenzeitschrift, die sich ohne viel taktische Rücksicht aller brennender und/oder strittiger Themen annehmen konnte und noch immer kann. Diese Tatsache führte zu einigen Auseinandersetzungen, denn der PDS-Führung und auch der KPF-Führung gefiel das, was es bei uns zu lesen gab, nicht immer. Ebenso erging es uns nach ersten kritischen Bemerkungen zu programmatischen Papieren der DKP mit deren Führung. Bei diesen Auseinandersetzungen ist einer der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte die Ursachenanalyse der Niederlage: Warum ist die Sowjetunion und mit ihr der europäische Sozialismus zerstört worden? An der Beantwortung dieser Frage hängt die gesamte Zukunftsorientierung der kommunistischen Bewegung!

In diesem Themenzusammenhang organisierten wir zwei Lesereisen und eine Doppellesung. Erste Reise mit Harpal Brar über sein Imperialismus-Buch. Sie war sehr erfolgreich. Dann erschien die „Taubenfuß-Chronik“ von Kurt Gossweiler. Wir organisierten eine Lesung mit Kurt Gossweiler („Taubenfuß-Chronik“) und Harpal Brar („Perestrojka“) in Berlin. Die zweiten Lesereise mit Harpal Brar über sein Buch Perestrojka führten wir im Frühjahr 2003 durch. Die beiden Lesereisen führten in einem Zeitraum von ca. drei Wochen mit rund 20 Stationen durch West- und Ostdeutschland.

Uns bewegen die Fragen, die die kommunistische Bewegung zur Zeit beantworten muss: Wie ist der Imperialismus zu analysieren? Was ist die Rolle der Partei? Worin bestand die Ursache für die Niederlage des europäischen Sozialismus? Wie sind die vorhandenen linken Kräfte einzuschätzen? Wie steht es mit neu entstehenden Widerstandsbewegungen in Europa und in der sog. Dritten Welt? Wie groß ist die revisionistische Gefahr und worin besteht sie?

Wir haben den Vorteil, von niemandem als von unseren Leserinnen und Lesern abhängig zu sein[2]. Deshalb müssen wir keine opportunen Meinungen vertreten. Natürlich sind wir dadurch manchmal unbequem. Aber das wollen wir ja auch sein[3], denn wir wollen möglichst unbestechlich Handreichungen bieten zum Verständnis dessen, was geschieht, um den Blick zu schärfen und Material zur Orientierung zu bieten sowie Diskussionen zu ermöglichen, die anderswo abgewürgt werden.

                                                                                                Anna C. Heinrich, Frank Flegel, Hannover.

Frank Flegel: Herausgabe-Statistik – 10 Jahre „Offensiv“

In den zehn Jahren von Oktober 1993 bis Oktober 2003 haben wir 146 Ausgaben der „Offensiv“ herausgebracht. Das vorliegende Heft ist die Ausgabe Nummer 148! Außerdem haben wir zwei Bücher selbst verlegt („Auferstanden aus Ruinen – 50 Jahre DDR“ und „Imperialismus und Anti-Imperialistische Kämpfe im 21. Jahrhundert“) und uns als Herausgeber an dem Erscheinen zweier weiterer Bücher (Harpal Brar: „Imperialismus“ und „Perestrojka“) beteiligt.

Von den 146 Heften waren 61 Sonderhefte, 85 Monatshefte.

Im Ganzen sind in den zehn Jahren 8518 Druckseiten der „Offensiv“ erschienen.

Die Auflage des ersten Heftes in unserer Regie betrug 180 Exemplare und wurde auf einem Handkopierer von uns selbst hergestellt. Etwa ein Jahr später druckten wir dann beim AStA der Fachhochschule Hannover. Legen und heften mussten wir immer noch selbst, was bei inzwischen steigender Auflage zusehends mehr Zeit und Nerven kostete. Nach einem weiteren Jahr bot sich die Möglichkeit, bei einem Genossen zum Solidaritätspreis drucken zu lassen. Hier gab es auch eine Lege- Heft- und Falzmaschine, was uns die Arbeit wesentlich erleichterte. 1998 gab dieser Genosse leider auf, so dass wir diese günstige Druckmöglichkeit nicht mehr hatten. Wir fanden aber mit unserer jetzigen Druckerei einen guten, verlässlichen, flexiblen und auch preiswerten Partner (Lange und Haak in Allensbach/Bodensee).

Den Postvertrieb organisierten wir von Beginn an selbst und tun das auch heute noch – genauso wie die Abo-Verwaltung. Zunächst begannen wir mit Büchersendungen, als die Auflage höher wurde, stellten wir auf das günstigere „Postvertriebsstück“ um. (Man braucht dafür aber eine gewisse Auflagenhöhe, sonst rechnet es sich nicht, weil die Post für die Teilnahme an der Postvertriebsstück-Versendung einen ziemlich hohen jährlichen Grundpreis verlangt (er wird für 2004 schon wieder erhöht, jetzt auf 900,- € im Jahr!)

Wie schon erwähnt, begannen wir mit 180 Exemplaren, die Auflage stieg dann innerhalb des ersten Jahres, also 1994, auf 350, 1995 schon auf 500 und erreichte 1996 rund 600 Stück. Bei dieser Zahl sind wir stehen geblieben – sicherlich auch, weil wir alle zwei bis drei Jahre „Säuberungen“ des Abo-Verteilers vornehmen. Wir schreiben dann diejenigen an, von denen wir nichts gehört haben, keinen Artikel oder Leserbrief und auch keine Spende bekommen haben. Einige melden sich dann noch, andere nicht – und diese streichen wir dann aus der Bezugsliste, denn „Karteileichen“ können  wir nicht finanzieren. Da das Heft häufig weitergegeben wird, rechnen wir mit etwa 1.500 Leserinnen und Lesern, allerdings ist diese Zahl eine reine Schätzung, wir können da auch falsch liegen.

Das Heft mit der größten Verbreitung erreichte eine Auflage von 1200 Exemplaren, 1.000 bzw. 900 hatten wir mit Sonderheften schon mehrmals. Das Buch „Auferstanden aus Ruinen“ haben wir rund 1.200 mal verkauft, das Imperialismusbuch knapp 1.000 mal. Von beiden haben wir noch einiges an Vorrat im Keller.

Von 1993 bis Ende 1998 erschienen wir als Monatsheft, zu Anfang mit zwölf Ausgaben im Jahr, ab 1996 mit zehn jährlichen Heften (Doppelhefte im Sommer und im Winter). Als wir nicht mehr zum Solidaritätspreis bei einem Genossen drucken konnten, damit die Herstellungskosten wesentlich stiegen, stellten wir um auf das zweimonatige Erscheinen. Die Herausgabe von Sonderheften zusätzlich zu den „regulären“ Heften begleitete uns von Anfang an.

Verzeichnis der Sonderhefte:

 

1993:

Stefan Eggerdinger/Frank Flegel:  Krise und Krieg                                        28 S.

Lothar Adler:  Bischofferode ist überall                                                              8 S.

1994:

Harald Werner/ Hans Schröter: Marxismus und Reformismus I                  52 S.                          

Hanfried Müller/Frank Flegel/

Ekkehard Sauermann: Marxismus und Reformismus II                                 56 S.

Ekkehard Sauermann/Friedrich Plate/

Hans Schröter: Marxismus und Reformismus III                                             64 S.

Harald Werner/Reinhold Weismann-Kieser/Ellen Brombacher/

Hanfried Müller: Marxismus und Reformismus IV                                         56 S.

Ruth Haller/Monika Windhorn/Uschi Stevens-Kimpel/

Renate Carlhoff/Anna C. Heirich/Lina Ganowski u.a.:

Der Kampf um die Emanzipation der Frau                                                       32 S.

Ruth Halle /Carsten Matthias/Heinz Kamnitzer/Frank Flegel/

Kurt Gossweiler/Helmut Loewen  u.a.: 5 Jahre Deutschland                           68 S.

Uno Amigo de Cuba/Eckart Spoo: Cuba                                                              16 S.

Carsten Matthias/Frank Flegel: Die Wahl (Analyse Bundestagswahl `94) 44 S.

Red. Offensiv: Rechenschaftsbericht und Jahresinhaltsverzeichnis            30 S.

1995:

Klaus Herrmann/Anna C. Heinrich/Carsten Matthias/Frank Flegel/

Patrick Humke/Katrin Rieckermann/Dieter Stubbemann/Hafried Müller/

Hans Schröter/Rosi und Wolfgang Nicolas:

Der Parteitag (der PDS – Gysi:„Sie oder Ich“)                                               40 S.

Ernst Lorenz/Heinz Hoffmann/Walter Florath/Fred Müller/

Wolfgang Jahn/Udo Sommerfeld/Rolf Meyer/Stefan von Brauck/

Eva Stübing u.a.: 8. Mai 1945                                                                               60 S.

AK Uruguay/Chile-AG Braunschweig: 8. Mai 1945 – Flugschrift                 12 S.

Najat Hamdi/Thomas Hecker: Westsahara – Frente Polisario                      20 S.

Fred Filius/Norman Lawine/Brigitte Falke:

Dritter Anlauf zum Sozialismus                                                                           64 S.

Fred Filius: Reform und Revolution                                                                   28 S.

Frank Flegel: Das Alltagsbewusstsein                                                                56 S.

Fred Müller/Reinhold Winter/Peter Merz:

Politische Standortbestimmung einer linksorientierten Opposition        52 S.

Red. Offensiv: Rechenschaftsbericht und Jahresinhaltsverzeichnis            24 S.

1996:

Stefan Eggerdinger/Frank Flegel:

Die Sozialstaatsillusion und die Gefahr des Imperialismus                         36 S.

Frank Flegel/Kurt Baumgarte/Ernst Lorenz/WalterFlorath/Hans Grotewohl/

Fred Müller:  1946: KPD und SPD. Das Ende des Reformismus                   64 S.

Fred Müller/Raul Castro: Cuba Themenheft I                                                   56 S.

Heinz W. Hammer/Ariell Perrero Ascalante/

Netzwerk Cuba Informationsbüro/Ingo Höhmann: Cuba Themenheft II       36 S.

Klaus Herrmann/Klaus Hartmann/Fred Müller/Reinhold Winter/

Michael Opperskalski: Ökonomie und Politik I                                               52 S.

Michael Opperskalski/Rolf Vellay:

Das Problem mit dem Demokratischen Sozialismus                                      64 S.

Gerhard Branstner/Gregor Gysi/Walter Florath/Hans Schröter/

Fred Müller/Sprecherrat der KPF: Der Zustand der PDS I                             52 S

Carsten Matthias/Holger Becker/Jürgen Elsässer/Peter Nowak/

Kathrin Rieckermann/Günter Ackermann/Max Schäfer:

Der Zustand der PDS II                                                                                          64 S.

1997:

Klaus Herrmann/Achim Churs/Frank Flegel/Fred Müller:

Ökonomie und Politik II                                                                                       60 S.

Gerhard Branstner/Achim Churs/Günter Bergmann/Rolf Vellay:

Diskussionen zum Problem des Demokratischen Sozialismus                     56 S.

Frank Flegel/Gerhard Branstner/Fred Müller:

Marxsche Methode, Wissenschaft, Dialektik I                                                 60 S.

Fred Müller/Franz Siklosi/Richard Georg Richter/Frank Flegel/Helmut Grogor/

Achim Churs:  Marxsche Methode, Wissenschaft, Dialektik II                      56 S.

José Manuel Rocha/National-demokratische Front der Philippinen/

Socialist Unity Center of India/Michael Opperskalski/

Rolf Vellay:  Neue Weltordnung                                                                           60 S.

1998:

Michael Opperskalski/Kurt Gossweiler:

Inhaltskonferenzen der Linken I                                                                          60 S.

Maurice Cukierman/Annecke Ioannatou/Ansgar Knolle-Grothusen/

Inhaltskonferenzen der Linken II                                                                        52 S.

AIF Deutschland: Anti-Imperialistisches Forum Deutschland                     56 S.

Manfred Sohn: Ein Schimmel ist ein Pferd aus der Art der Rösser            36 S.

Fred Müller: Die Erben des Roten Oktober                                                       64 S.

Fred Müller: Solidarische Aktion gegen Faschismus                                     24 S.

Christian Christians: Metro – Eine heimliche Macht                                     60 S.

1999:

Helmut Gregor:  Globalismus                                                                              56 S.

Kurt Andrä. Erich Buchholz, Pavel Dektar, Walter Florath, Kurt Gossweiler,

Ulrich Huar, Michael Opperskalski, Marta Rafael, Hans Schröter,

Klaus Steiniger, Rolf Vellay, Karl-Eduard von Schnitzler, Zbigniew Wiktor:

„Auferstanden aus Ruinen“                                                                                  212 S.

2000:

Michael Opperskalski/Frank Flegel:

Die PDS nach dem Parteitag in Münster                                                           60 S.

Peter Hacks/Gernot Bandur/Kurt Gossweiler/Karel Intera:

Den Sozialismus verteidigen!                                                                               56 S.

Fred Müller: Probleme des Sozialismus                                                            56 S.

Gernot Bandur: Wider die Verfälschung der Geschichte

der Arbeiterbewegung – Flugschrift                                                                 16 S.

2001:

Harpal Brar, Christian Christians, Jo Cottenier, Teddy John Frank,

Ulrich Huar, Anneke Ioannatou, Khwesi Kadalie, Herbert Kandel,

René Lefort, Robert Medernach, Gerhard Niebling, Michael Opperskalski,

Willi Opitz, Paolo Pioppi, Karel Intera, Dieter Popp, Andrea Schön,

Klaus Steiniger, Schungu Tunda Nonga, Rolf Vellay, Zbigniew Wictor:

„Imperialismus und anti-imperialistische Kämpfe im 21. Jahrhundert“ 290 S.

Helmut GregorLenin aktuell                                                                             56 S.

Erich Buchholz:  Sozialismus und Kriminalität                                                52 S.

Andrea Schön:  Kongo                                                                                            36 S.

Kurt Gossweiler:

Genosse Domenico Losurdos Flucht aus der Geschichte                              56 S.

2002:

Michael Opperskalski/Frank Flegel: Das Parteienheft                                    80 S.

Rolf Vellay (Zusammenstellung: Kurt Gossweiler):

Rolf Vellay Sonderheft                                                                                           56 S.

Ulrich Huar:  Stalins Beiträge zur Theorie der nationalen Frage               52 S.

Ulrich Huar: Stalins Beiträge zur politischen Ökonomie

des Sozialismus                                                                                                        80 S.

2003:

Gerald Hoffmann: Voraussetzungen und Ergebnisse der

Großen Sozialistischen Oktoberrevolution                                                      52 S.

Ulrich Huar:  Stalins Beiträge zur Parteitheorie I                                          60 S.

Ulrich Huar:  Stalins Beiträge zur Parteitheorie II                                        60 S.

Gerhard Feldbauer:  Zum Opportunismus in der sozialistischen und

kommunistischen Bewegung Italiens I                                                              48 S.

Gerhard Feldbauer: Zum Opportunismus in der sozialistischen und

kommunistischen Bewegung Italiens II                                                             48 S.

Ulrich Huar:  Stalins Beiträge zur marxistisch-leninistischen

Militärtheorie und –politik 1918-1940                                                             100 S.

Harpal Brar: Stalin zum Klassenkampf                                                              40 S.

Kurt Gossweiler: Die Ursprünge des modernen Revisionismus                   88 S.

 

                                                                                                  

                                                                                                                                    61 Sonderhefte

                                                                                                                                    2 Bücher

 

Und ganz neu:

Ulrich Huar:  Stalins Beiträge zur marxistisch-leninistischen

Militärtheorie und –politik 1941-1942/3                                                         104 S.

Von wem es was zu lesen gab in zehn Jahren „Offensiv“:

 

Günter Ackermann, Hans-Henning Adler, Gerhard von der Ahe, Heinz Ahlreip, AG Medienspektakel Suhl, AK Uruguay-Chile Braunschweig, Aktionsbündnis gegen Republikaner, Sybille Albrecht. Olaf Albrecht, All India Anti-Imperialist Forum, Marelys Valencia Almeida, Alpha Press, Amnesty International, Analyse und Kritik, Kurt Andrä, Lena Andrä, Nina Andrejewa, Anti-Expo-AG Hannover, Antifa-AG Uni Hannover, Antifa Hameln-Pyrmont, Antifaschistische Aktion Hannover, Antifaschistische Aktion Göttingen, Antiimperialistische Koordination Wien, Anti-Imperialistisches Forum Deutschland, Antiimperialistisches Lager Assisi, Antimilitärisches Ober-Jubel Komitee, Antirassismus-Büro Bremen, Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, Arbeit und Leben, Autonome Antifa (M), Stefano G. Azzarà,

Ludger Baak, Bärber Baatz, Marcel Bähler, Gernot Bandur, Wolfgang Bator, Günter Bauch, Dieter Bauke, Kurt Baumgarte, Klaus-Dieter Baumgarten, Dietmar Bartsch, Brigitte Beck, Brian Becker, Michael Benjamin, Tobias Beringer, Günter Bergmann, Enrique Bermudez, Fausto Bertinotti, Dieter Bienert, Wolf Biermann, Ken Biggs, Achim Bigus, Joachim Bischoff, Lothar Bisky, Susanne Böhlke, Sebastian Böhm, Timo Böhme, Ingeborg Böttcher, Erich Bogle, Gertrude Bongaerts, Ivo Bozic, Michael Braedt, Gerhard Branstner, Harpal Brar, Stefan von Brauk, Nick Brauns, Bertolt Brecht, Ulrike Brettschneider, André Brie, Ellen Brombacher, Michi Brücher, Fred Bruder, Bündnis gegen Rechts Hannover, Walter Bütow, Erich Buchholz, Eva Bulling-Schröter, Ernst Busch, Bärbel Buschlinger-Wienicke, Vera Butler, BWK Niedersachsen,

Emil Carlebach, Renate Carlhoff, Alejandro Carlos, Mireya Castaneda, Fidel Castro, Raúl Castro, Cercle Henri Barbusse, Christian Christians, Juan Chicoy, Achim Churs, Andreas Ciesilski, Martin Clemens, Compa, Coordination des militants communistes, Jo Cottenier, Cuba libre, Cuban Review, Cuba-si, Maurice Cukierman,

Konrad Deiters, Pavel Dektar, Judith Dellheim, Deutsch-Lateinamerikanische Freundschaftsgesellschaft, DGB-Jugendplenum Bremen, DGB-Jugend Hamburg, Ernst Diedrich, Fritz Dittmar, DKP-Berlin/Nordost, DKP-Brandenburg, DKP Delmenhorst, DKP-Göttingen, DKP-Hannover, DKP-Niederlausitz, DKP-Niedersachsen, Michael Dorrschuck, Heinz-Uwe Draba, Wiglaf Droste, Hans-Peter Dürr, Peter Dürrbeck,

Thomas Ebermann, Editions Démokrite, Stefan Eggerdinger, Klaus Eichner, Heinrich Graf von Einsiedel, Holger Eisner, Jürgen Elsässer, Manfred Engelhardt, Friedrich Engels, Magnus Engenhorst, Erwin Erfurth, Siegmar Eßbach, European Committee for the Defence of the Yugoslav Federal Republic, EZLN Mexiko,

Brigitte Falke, FARC-EP, Georg Fehst, Peter Feist, Gerhard Feldbauer, Helmut Fellner, Klaus Feske, Fred Filius, Jan Filius, Hanna Fischer, Udo Fischer, FNARC, Frank Flegel, Walter Florath, Forum Eltern und Schule, Teddy John Frank, Frankfurter Rundschau, Claudia Fregiehn, Freundschaftsgesellschaft BRD-Cuba, Hans Fricke, Detlef Fricke, Erich Fried, Gerd Friedrich, Dieter Frielinghaus, Dieter Fuchs,

Lina Ganowski, Wolfgang Garbers, Aldo Garcia, Geheim, Wolfgang Gehrcke, Thanassis Georgiou, Wladimir Gerasimtschuk, Jörg Gerhold, Willi Gettel, Lutz Getzschmann, Gewerkschaftlicher Linksblock Österreich, GEW Hannover, Frank Giese, Peter Gingold, Günter Gleising, Rüdiger Göbel, Granma International, Helmut Gregor, Matthias Grewe, Reinhard Grimmer, Claudia Gohde, Kurt Gossweiler, Hermann L. Gremliza, Hans Grothewohl, Rainer Groß, Andreas Grünwald, Stefan Gummert, Gruppe Zentralkomitee, Gregor Gysi,

Lother Häupl, Peter Hacks, Frieda Hafenrichter, Dieter Hainke, Angela Halberstadt, Ruth Haller, Najad Hambi, Heinz W. Hammer, Konrad Hannemann, Hannoversche Allgemeine Zeitung, Hans-Georg Hartwig, Wolfgang Hass, Thomas Hecker, Hanne Heine, Anna C. Heinrich, Anton Heinrich, Markus Helfen, Martin Hernack, Klaus Herrmann, Uwe Jens Heuer, Stephan Heym, Axel Hildebrand, Andreas Hillert, Jantje Hintze, Ingo Höhmann, Stefan Hoeltgen, Marion Höppner, Gerald Hoffmann, Heinz Hoffmann, Oswald Hoffmann, Kim Holland, Hans Heinz Holz, Erich Honecker, Lieuwe Hornstra, Ulrich Huar, Hans-Peter Hucke, Wolfgang Hübner, Andreas Hüllinghorst, Bernd Hüttner, Patrick Humke,

Initiative pro Afrika, Initiative zur Freilassung von Mumia Abu Jamal, Initiativgruppe für die Opfer des Kalten Krieges, Initiativgruppe Kundschafter des Friedens fordern Recht, Informationsbüro Nicaragua, Karel Intera, International Action Center New York, Internationale Jugend Lüdenscheidt, Anecke Ioannatou, Werner Irmler, Dieter Itzerott,

Frank Jaeschke, Hermann Jacobs, Ekkehard Jänicke, Wolfgang Jahn, Christian Jankowski, Ulla Jelpke, Uwe Johnson, Gerhard Jüttemann, Jugend Antifa Aktion Braunschweig, Junge Linke, junge Welt,

Cornelius Kaal, Khwesie Kadalie, Ernstgert Kalbe, Heinz Kamnitzer, Herbert Kandel, Günter Kandler, Heiner Karuscheit, Monika Kauf, André Kaufmann, Günter Kasch, Dieter Keller, Willi Kemmer, Heinz Kessler, Heinar Kipphardt, Dietrich Kittner, Susanne Klebba, Angela Klein, Günter Klodner, Heidi Knake-Werner, Kurt Kniep, Ansgar Knolle-Grothusen, Erich Köhler, Rolf Köhne, Manfred Koers, Toni Kofoel, Petra Kolonko, Kommunistische Partei Chinas, Kommunistische Partei Cubas, Konkret, Koordinierungsrat der KPF, Eike Kopf, KP Böhmen und Mähren, KPD Brandenburg, KPF Brandenburg, KPF Hamburg, KPF Hannover, KPF Hessen, KPF Sachsen-Anhalt, KPF Thüringen, Andreas Krämer, Egon Krenz, Martin Krötz, Hans-Joachim Krusch, Lydia Krüger, Kurdistan-Solidarität Hannover, Robert Kurz,

LALKAR, Michael Land, Landesjugendring Niedersachsen, Günther Lange, Lutz Lange, Manfred Lange, Norman Lawine, René Lefort, Marita Lemke, Alfred Lemmnitz, W.I. Lenin, Karl Leonhardt, Helfried Liebsch, Anne Liese, Linke Internationale Liste Hannover, Linke Liste Niedersachsen, Linke Opposition in und bei der PDS, Helmut Loewen, Lokalberichte Hannover, Ernst Lorenz, Werner Lüdke, Helmut Lukas,

Volker Macke, Peter Magyar, Dietmar Maidhof, Gabriel García Márques, Leo Mayer, Nadica Malecic, Bronislav Malinowski, Heinz Marohn, Ludo Martens, Lars Martin, Marxistische Jugendoffensive Bremen, Marxistischer Zirkel Hamburg, Marx-Lesekreis Saarbrücken, Fabio de Masi, Carsten Matthias, Robert Medernach, Ingo Menzner, Peter Merz, Carsten Messerschmidt, Reiner Meyer, Rolf Meyer, Markus Michelbrink, Jörg Miehe, Maria Mies, Philipp Mimkes, Ministerio del Transporte Cuba, Wolfgang Mix, Hans Modrow, George Carriazo Moreno, MRTA, Annemarie Mühlefeldt, Brigitte Müller, Hanfried Müller, Fred Müller, Rosemarie Müller-Streisand, Herbert Münchow, Manik Mukherjee,

Michael Naether, Gerd Nagel, Ghasaleh Nassibi, National-democratic Front of South-Korea, Nationaldemokratische Front der Philippinen, Netzwerk Cuba Informationsbüro, Hans-Dieter Neugebauer, Mathias Neumann, Thomas Neumann, Denis Malasi Ngandu, Ley Ngardigal, Constantin Nicolaides, Rosi Nicolas, Wolfgang Nicolas, Gerhard Niebling, Frank Nikoleit, Nino-Pasti-Foundation, Dieter Noll, Northstar Compass,

Wolfgang Ohnesorge, Offenes Kommunistisches Forum Hamburg, Willi Opitz, Michael Opperskalski, Offensiv-Redaktion, Reiner Oschmann,

Karl-Heinz Pachura, Panafrikanische Initiative Patrice Lumumba, Eberhard Panitz, Pastors of Peace, Reimar Paul, Karel Pavlik, Sylvia Paz-Barfuß, PDS-Bundesvorstand, PDS Hamburg, PDS Hannover, PDS Göttingen, PDS Niedersachsen, PDS Trier, Paolo Pioppi, Werner Pirker, Friedrich Plate, Politische Berichte, Polnischer Rundfunk, Dieter Popp, Position, Friedrich Pospiech, Postmark Praha, Pressedienst der PDS, Rolf Priemer, Prison Watch International, Projektgruppe Integrative Erziehung und Bildung, Harald Puff,

Friedrich Rabe, Radio FFN, Marta Rafael, Klaus von Raussendorff, Satiricus Realos, Oswaldo Reccio, Karl Rehbaum, Karl-Heinz Reinhardt, Hans-Joachim Reiß, Götz Renger, Wilhelm Heirich Rettler, Wolfgang Rex, Francesco Ricci, Björn Richter, Richard Georg Richter, Katrin Rieckermann, Liliam Riera, Stefan Ripplinger, José Manuel Rocha, Eloy Rodriguez, Volker Rohde, Werner Roß, Rote Flora, Rote Hilfe e.V., Roter Tisch Jena, RotFuchs-Redaktion, Josef Roth, Rotstift, Olivier Rubens, Birgit Rüßmann, Ruhr-Echo, Rainer Rupp, Eva Ruppert,

Thomas Sarzio, Ekkehard Sauermann, Nikolaj Savický, Heinz Schäfer, Dirk Schaffrath, Inge Scharna, Margit Schaumäker, Stefan Schewe, Gerda Schied, Werner Schleese, Bernhard Schmidt, Heinz Schmidt, Fred Schmidt, Wolfgang Schmidt, Renate Schmidt-Plöse, Andreas Schmitt, Dirk Schneider, Frank Schneider, Horst Schneider, Karl-Eduard von Schnitzler, Arnold Schölzel, Andrea Schön, Renate Schönfeld, Wilfried Schollenberger, Erich Schreier, Hans Schröter, Rainer Schuldt, Hans-Erik Schumann, Christiane Schuricht, Sebastian Schutte, Hansjörg Schupp, Ilona Schwerdtmann, Frank Schwitalla, SDAJ, Nicos Seretakis, Gunnar Siebecke, Moritz Siebert, Ursula Siegmayer, Franz Siklosi, Ralf Simanowski, Christian Sölter, Socialist Unity Center of India, Manfred Sohn, Heribert Sommer, Udo Sommerfeld, Andreas Spannbauer, Eckart Spoo, Sprecherrat der KPF, Birgit Stade, Jürgen Stage, Hans Stahl, J.W. Stalin, Christian Stappenbeck, Heinz Stehr, Robert Steigerwald, Siegrun Steinborn, Bruni Steiniger, Klaus Steiniger, Uschi Stevens-Kimpel, Konrad Strehl, Eva Stübing, Dieter Stubbemann, Studienkreis Hans Eiden Trier, Subcommandante Marcos,

Stefan Tadge, Jukka Tarka, Tatblatt-Redaktion, Ulla Tatken-Horstmann, Jörd Teichfischer, Simona Thomas, Reinhard Thiele, Peter Tichauer, Rainer Tichy, TIE-Bildungswerk, Michael Tiedemann, Daniel Thomas, Oliver Tolmein, Ralf Treustedt, Schungu Tunda-Nonga,

Wolfgang Ullmann, Uno Amigo de Cuba, UZ,

Ton Veerkamp, Rolf Vellay, Raúl Valdez Vivo, Peter Vogel, Kurt H. Vogl, Volksfedayin Iran, Günter Volz, VVN-BdA, Vorstand des Freundeskreises der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte,

Hannes Wader, Sahra Wagenknecht, Ingo Wagner, Oliver Wagner, Hendrik Wallat, Wolfgang Wallenwein, Maxi Wander, Anne Wedekind, Reinhold Weismann-Kieser, Weißenseer Blätter, Kurt Welsch, Weltfestival der Jugend und Studenten in Algerien, Weltkongress der Solidarität mit Cuba, Boris Wenker, Harald Werner, Michael Westphal, Zbigniew Wiktor, Monika Windhorn, Michael Winkler, Reinhold Winter,  Jack Umshini Wkubhala, Winfried Wolf,

Samy Yildirim, Veli Yildirim,      Clara Zetkin, Die Zeck.

Einige wichtige Autoren sind während der letzten zehn Jahre gestorben. Sie haben tiefe Lücken gerissen. Deshalb wollen wir hier nochmals an sie erinnern.

 

Michael Benjamin,

Helmut Gregor,

Peter Hacks,

Herbert Kandel,

Fred Müller,

Gerhard Niebling,

Friedrich Plate,

Karl-Eduard von Schnitzler,

Rolf Vellay,

Wolfgang Wallenwein

 

haben uns verlassen. Ehren wir ihr Andenken! Bleiben wir ihnen treu!

                                                                                                                                 Frank Flegel, Hannover

Anna C. Heinrich: Immer am Abgrund entlang – die Finanzen.

In den zehn Jahren des Bestehens unserer Zeitung haben wir etwas mehr als 76.000,- € an Spenden eingenommen. Das sind fast 150.000,- DM. Das ist eine hübsche Summe, man muss sich das vorstellen: alle sind freiwillig zu ihrer Bank gegangen und haben eine Spende überwiesen oder diese uns persönlich bei einem der Stände oder einer der Veranstaltungen überreicht. Vielen Dank dafür! Eigentlich ist es wie ein Wunder, dass so etwas funktioniert. Und das schon zehn Jahre lang!

Es reicht aber trotzdem nicht. In den vergangenen zehn Jahren haben wir das Geschäftsjahr zweimal mit einem positiven Saldo abgeschlossen, siebenmal mit einem negativen Saldo – und wie es dieses Jahr wird, wissen wir noch nicht. Eigentlich ist die „Offensiv“ von Anfang an pleite, im ersten Jahr haben wir nämlich gleich rund 2.500,- DM Minus gemacht. Es ist zwischendurch zwar mal etwas besser geworden, aber weder konnten wir das immer wieder neu entstehende Minus durch bessere Jahre ausgleichen, noch haben wir jemals eine gesicherte Finanzgrundlage erreicht. Wir lebten und leben immer „von der Hand in den Mund“. Wenn Ihr, unsere Leserinnen und Leser, die Spendentätigkeit einstellen würdet, könnten wir vielleicht noch eine Ausgabe finanzieren, eventuell noch zwei, dann wäre Schluss.

Aber wir konnten uns bisher immer auf Euch verlassen! Am stärksten haben wir das gespürt, nachdem die KPF Hannover uns wie eine heiße Kartoffel hat fallen lassen und wir damit die Herausgeberschaft innerhalb der PDS verloren hatten. Damals habt Ihr uns mit Spenden sehr stark geholfen, und uns so auch neuen Mut gemacht. 

Nun wollen wir uns die Entwicklung genauer anschauen.

Von den Ausgaben der letzten zehn Jahre konnten wir 94,2 % durch Spenden, Einnahmen bei Ständen, Buchverkäufe u.ä. decken. Die fehlenden 5,8 % haben wir dazugegeben, weil es ja weitergehen sollte. Jahr für Jahr:

 

Jahr                                       Einnahmen                           Ausgaben

1994 (incl. 10-12/93)            7.101,50 DM                        9.620,00 DM

Das war ein ganz schlechter Beginn, aber wir dachten ja, dass wir erst mal bekannter werden müssten, dann ginge das alles besser. Und das nächste Jahr bestätigte das auch:

 1995                                     10.807,65 DM                      10.784,61 DM

Prima! In diesem Jahr waren wir kostendeckend. Wir hatten etwas mehr als 20,- DM über!

1996                                        8.642,70 DM                        9.719,15 DM

Schon wieder standen wir mit mehr als 1.000,- DM im Minus. Wir riefen Spendenkampagnen aus, es sah erst auch gut aus, aber im nächsten Jahr war es unter dem Strich auch nur etwas besser.

1997                                      14.588,29 DM                      15.090,23 DM

Zwar nur noch rund 500,- DM Minus, aber keine Spur davon, dass wir die alten Verluste irgendwann einmal ausgleichen könnten.

1998                                      12.069,78 DM                      16.917,78 DM

Jetzt war die Krise da. Fast 4.900,- DM Verlust. Das konnten wir uns auf die Dauer nicht leisten. Der Druck war teurer geworden, also stellten wir auf zweimonatliches Erscheinen um.

1999                                      12.411,00 DM                      11.436,00 DM

Die Maßnahme zeigte Wirkung, denn unser Spendenaufkommen war gleich geblieben, die Ausgaben aber merklich gesunken. Wir hatten 1.000,- DM über für den Verlustausgleich!

2000                                      17.422,94 DM                      20.460,03 DM

Schon wieder zu wenig! Das Spendenaufkommen hatte sich gut entwickelt, die Ausgaben waren aber noch schneller gestiegen. Die Ursache war die Finanzierung des Imperialismus-Buches. Hier floss in 2001 dann zum Glück einiges zurück.

2001                                      20.563,54 DM                      17.679,93 DM

Nun hatten wir das wieder hereingeholt, was uns im Jahr 2000 gefehlt hatte.

2002 (bis 6.11.02)                 9.267,91 €                           10.630,52 €

Hier wieder das alte Bild: uns fehlten rund 1.300,- €. Dann kam der Rausschmiss aus der PDS.

2002/3 (7.11.02 bis

12.1.03[4])                                  7.281,19 €

2003 (ab 13.1.03 bis

30.10.03[5])                               6.525,66 €

Insgesamt:                             13.806,85 €                          13.006,49 €

Für 2003 bisher also 800,- € plus, aber das Geschäftsjahr 2003 ist ja mit dieser Rechnung noch nicht um. „Stalin zum Militär 1940-1942/43“ und dies vorliegende Heft waren noch zu finanzieren. Zum Ausgang des Geschäftsjahres 2003 nähere Infos im Jahres-rechenschaftsbericht 2003 im ersten Heft 2004!

 

Gesamtrechnung „Offensiv“ 10 Jahre:

 

Einnahmen[6]:                                                                       148.833,93 DM bzw.

                                                                                              76.054,14 €

 

Ausgaben:                                                                            158.036,27 DM bzw.

                                                                                               80.765,53 €

 

Verlust:                                                                               - 9.202,34 DM bzw.

                                                                                               - 4.702,39 €.

 

                                                                                                                         Anna C. Heinrich, Hannover

 

Anna C. Heinrich / Frank Flegel: Von schönen Witzbolden und Leuten, denen es nicht so gut geht

Wer schon länger zum Leser/innen-Kreis der „Offensiv“ gehört, erinnert sich vielleicht an den Artikel „Von Flintenweibern und Charmeuren“, den wir zu unserem fünfjährigen Jubiläum geschrieben haben. Wir haben auf satirisch-sarkastische Art die Gerüchte, die Nachrede, lustige und weniger lustige Erlebnisse, Tritte vor’s Schienenbein und Kopfnüsse kommentiert. Das ist natürlich „nicht die feine Art“, das ist indiskret, aber wir glauben, dass ein Blick hinter die Kulissen nützlich sein kann. Man muss die harten Bandagen, mit denen es da zeitweise zur Sache geht, kennen, um nicht unter die Räder zu kommen. Denn hinter den Fassaden, die da aufgebaut werden, verbergen sich nicht selten wichtige inhaltliche Fragen, deren offenes Aussprechen aber verdeckt wird mit Gerüchten, diversen Sümpfen, Verunglimpfung usw. Uns geht es bei diesem Artikel darum, für diese Vorgehensweisen den Blick zu schärfen.

Zurück zu den „Flintenweibern“. Damals waren die lustigsten Geschichten, dass beispielsweise Frank völlig unter dem Pantoffel von Anna stehe, die nämlich das „Flintenweib“ sei, außerdem habe sich eine „neue stalinistische Troika“ gebildet, mit Kurt Gossweiler als „theoretischem Kopf“, Michael Opperskalski als „brutalem Organisator“ und Frank als dem „Charmeur mit dem PDS-Parteibuch“.

Ähnlich verhält es sich mit dem Titel unserer heutigen Glosse, aber nur ähnlich. Diesmal sind wir auch mit den „Witzbolden“ gemeint, der zweite Teil des Titels aber bezieht sich auf jemand anderen, dem es – so viel wollen wir schon jetzt verraten – beim UZ-Pressefest „nicht so gut ging“.

Aber der zu betrachtende Zeitraum beginnt mit den Vorbereitung zu unserer DDR-Konferenz. „Verteidigung des revolutionären Erbes“. Anscheinend war das ein Reizthema, jedenfalls kann man sich kaum vorstellen, zu welchen Erfindungen die Leute fähig sind, um eine eigentlich ja vernünftige Sache nicht machen zu müssen, weil ihnen der Partner (also die Offensiv) nicht passt. Zwar werden wir ja hin und wieder als Sektierer bezeichnet, was die Angebote zur Zusammenarbeit angeht, stimmt aber eher das Gegenteil. Wir kooperieren gern mit anderen – allein schon, um die geringen Kräfte zu bündeln. Nun ja, also die Konferenz: Die Kommunistische Plattform der PDS musste erst mal beraten, das dauert ein bisschen, man schob die Antwort dann gern noch etwas hinaus, und als wir uns dann meldeten und nachfragten, verwies man auf die eigene Veranstaltung, die man plane: „Entschuldigung, wir gratulieren!“[7]. Außerdem habe man so viel anderes zu tun... Schließlich kam verschämt der Satz: „Ach, lasst uns da mal raus!“ Nun denke man aber nicht, dass da jemand von der Kommunistischen Plattform als Teilnehmer gekommen wäre. Es war, als gäbe es diese Genossinnen und Genossen nicht. Aber die KPF-Genossinnen und –Genossen waren nicht die einzigen, die Schwierigkeiten hatten.

Wir hatten die KAZ, die Weißenseer Blätter und den RotFuchs eingeladen. Die KAZ verhielt sich ähnlich wie die KPF, meldete sich ewig nicht und sagte dann ab wegen Überlastung. Der RotFuchs hatte ganz augenscheinlich Angst, mit uns allein etwas zu unternehmen, damals war er ja noch das Blatt der DKP-Gruppe Berlin Nordost und hatte einigen Stress mit der DKP-Zentrale in Essen. Die Weißenseer Blätter sollten mitmachen. Dann wäre auch der RotFuchs bereit. Hanfried Müller musste ablehnen, weil die Satzung der Weißenseer Blätter direktes politisches Eingreifen untersagt. Dazu konnten wir nun wieder nichts sagen. Es muss ja jeder selber wissen. Schließlich standen wir allein da. Da wir das aber schon kannten, machten wir trotzdem weiter.

Referenten zu finden war auch nicht immer ganz leicht, weil gleiche oder ähnliche Berührungsängste bestanden. Trotzdem wurde die Veranstaltung ein großer Erfolg, der uns für das folgende Jahr wesentlich half.

Inzwischen waren die Querelen zwischen RotFuchs und DKP-Führung noch unerquicklicher geworden – und vielleicht aus diesem Grund, sicherlich auch, weil die DDR-Veranstaltung so gut war – zierte sich der RotFuchs nun nicht mehr, sondern war bereit, die Imperialismusveranstaltung mit uns gemeinsam durchzuführen. Die KAZ hat auf unser Einladungsschreiben erst gar nicht reagiert. Nun, wer nicht will, der hat schon. Die Kommunistische Plattform haben wir nach den Erfahrungen bei der DDR-Veranstaltung nicht mehr angesprochen. Die Imperialismus-Veranstaltung wurde ein wirklich richtig großer Erfolg, international sehr gut besetzt, mit Beiträgen allerbester Qualität.

Wir dachten, dass es mit der antirevisionistischen Strömung in der bundesdeutschen Linken ganz gut stände, aber leider folgte dem Frühling kein Sommer, sondern recht bald ein Rückfall in frostige Zeiten:

Der Chefredakteur des RotFuchs, Klaus Steiniger, mochte mit uns keine gemeinsame Lesung von Harpal Brar und Kurt Gossweiler durchführen. Angenehm daran war die Klarheit der Aussage, denn es wurde nicht geeiert, sondern klar ausgesprochen: Da sei zu viel Stalin bei Brar, und so wie Gossweiler das mit Chruschtschow mache, könne man das nicht machen. Nicht mal einen Hinweis auf die Veranstaltung wollte Klaus Steiniger drucken – und so brachte der RotFuchs auch nichts. Das Problem setzte sich fort. Für die zweite Lesereise mit Harpal Brar („Perestrojka“) weigerte sich der Chefredakteur, die Berliner Veranstaltung zu organisieren. Und anlässlich des Pressefestes war er dagegen, einen Hinweis in der Offensiv zu bringen, der auf die Veranstaltung von Gerhard Feldbauer über Bündnispolitik im Brandenburger Zelt und auf diejenige von ihm zum RotFuchs im Berliner Zelt aufmerksam machen sollte. Das Erscheinen der Feldbauer-Hefte über Italien „so kurz vor dem Pressefest“ sei „sehr unglücklich“ und der Artikel von Andrea Schön zur „neuen Anti-Hitler-Koalition“ sei „eine Frechheit“. Vorher hatten wir schon den Ärger mit dem „Parteienheft“, das von Klaus Steiniger mit dem Artikel über die  „Polemik mit dem Freund“[8] beantwortet wurde. Während wir diese Abgrenzung noch verstehen konnten, war bei der Verweigerung von gegenseitigen Anzeigen die Enttäuschung doch sehr groß.

Hier kurz zum „Parteienheft“. Es haben sich viele aufgeregt, die meisten über die Art und Weise, über Ton und Angriff – kaum jemand hat inhaltlich argumentiert, hat versucht, unsere Kritik zu entkräften. Am heftigsten erregten sich die Genossinnen und Genossen von der KPD. Hier hießen die Verfasser des Heftes nur noch „Schreiberlinge“ und „Herren“, aber zum Glück wird nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird – das Verhältnis hat sich inzwischen wieder normalisiert, und wir sind auch wieder Genossen füreinander. Gelesen wurde das Heft sehr breit, es wurden 50 % mehr Hefte verteilt als sonst, aber das ist ja oft so: wirkt irgend etwas reißerisch, erhält es mehr Aufmerksamkeit. Hier ein paar klare Worte von uns dazu: Wir sind es leid, dass unserer inhaltlichen Kritik an revisionistischen Strömungen immer wieder formale, äußerliche, den Umgang miteinander betreffende Vorhaltungen entgegengestellt werden. Argumentiert inhaltlich! Verteidigt die Sozialismusvorstellungen der DKP, verteidigt das Festhalten an Politik und Organisationsform „Kommunistische Plattform in der PDS“, verteidigt das Projekt EAL gegen unsere Kritik! Lasst uns die Argumente abwägen und den Begründungen nachspüren! Die Seiten der „Offensiv“ sind offen dafür, wir drucken sofort! Aber hört bitte auf von „kulturvollem Umgang“, „Schreiberlingen“, „Pauschalangriffen“, „Frechheiten“, „scheinradikalem Revoluzzertum“ und ähnlichem zu schwadronieren. Das sind demagogische Floskeln, um der inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen.

Anfang 2002 war das „Parteienheft“ erschienen, Ende 2002 entzog uns die KPF-Hannover die Herausgeberschaft. Wir haben dazu an anderer Stelle einige Worte gesagt, deshalb hier nur ganz kurz: Nichteinhalten der Diskussionskultur der KPF, Kommunikationsmangel mit der Herausgeberin und unsolidarische Artikel gegenüber anderen Linken waren die Gründe. Vollzug: sofort, ohne Übergangsfrist. Gezeichnet mit „solidarischen Grüßen“. In einer solchen Situation kommt schon ein wenig Panik auf. Wie Ihr wisst, haben wir auch das überstanden. Eine kleine Anekdote sei aber noch angemerkt. Nachdem wir also rausgeschmissen worden waren, erschien im nächsten Mitgliederrundbrief der PDS-Hannover der Terminhinweis zum Treffen der KPF-Gruppe mit dem Zusatz: „Die KPF ist nicht mehr Herausgeber der Offensiv!“ Am besten gefiel uns das Ausrufezeichen. Wie groß muss der Druck gewesen sein, dass man mit solcher Eilfertigkeit die Vollzugsmeldung veröffentlicht....

Aber das nur am Rande. Nun zu der wirklich „schönsten“ Veranstaltung, die wir in den letzten Jahren erleben durften. Das war das Treffen der linken Zeitschriften und Redaktionen in Berlin im Januar 2003, ins Leben gerufen und organisiert von dem bekannten parteilosen und in der Cuba-Solidarität verankerten Genossen Hans Fischer. Wir haben in der Offensiv ja schon kurz darüber berichtet, dass zwar (fast[9]) alle zusammen saßen, wir aber vermehrt den Eindruck hatten dass es fast allen darum ging, möglichst kein Ergebnis[10] zu erzielen. Nach einer solchen Veranstaltung, bei der natürlich niemand sagt, dass ihm die Partner nicht liegen oder ihm irgend etwas anderes nicht gefällt, sondern alle im Munde tragen, dass eine Kooperation ja prima wäre, aber immer dann, wenn es konkret wird, aalglatt sonst wo sind, nur nicht bei der Sache, drängt sich ein Begriff auf: Absurdistan.

Ein Folgetreffen war verabredet worden: beim UZ-Pressefest[11]. Als es so weit war, konnten trotz vorheriger Anmeldung durch Hans Fischer die Organisatoren des Pressefestes keinen Raum, also kein Zelt oder etwas ähnliches zur Verfügung stellen (eine Redaktion der DKP-Organe – wir glauben uns zu erinnern: der Marxistischen Blätter, es kann aber auch die der UZ gewesen sein - hat zusätzlich mitgeteilt, dass solche Bemühungen um mehr Einheit erfahrungsgemäß zu noch mehr Streit führen würden und sie der Sache deshalb sehr kritisch gegenüber stünde). Nun war das Wetter ganz gut, also sollte das Treffen informell auf dem Rasen vor dem Brandenburger Zelt stattfinden. Hans Fischer, der Organisator der Treffen, lief herum, um alle, die vor Ort waren, von seinem Gedanken in Kenntnis zu setzen. Tja, und da hatten die einen eine Veranstaltung, die anderen sowieso zu viel zu tun, Dritte gerade einen anderen Termin – und nach einem weiteren Kontaktversuch kam Hans Fischer wieder und sagte: „...und Steiniger geht es nicht so gut, der muss hier auf dem Platz etwas spazieren gehen“. Nach einstündiger Wartezeit hatte sich das Ganze dann für dieses Treffen. Ein weiteres ist im Umkreis der LLL-Demo im Januar 2004 geplant. Hoffentlich steht es unter einem besseren Stern.

Und nun wollen wir das Geheimnis lüften, warum wir „schöne Witzbolde“ sind: Ein bis dahin in der Linken nicht sonderlich bekannter Student hatte eine Arbeit über die Oktoberrevolution zu schreiben, und da er sich relativ gut auskannte, ging er mit den Entwürfen zu Kurt Gossweiler. Dieser war sehr angetan von den Entwürfen und empfahl uns, Kontakt aufzunehmen, weil sich die Sache nach Kurts Meinung durchaus zum Druck eignen würde. So lernten wir Gerald Hoffmann kennen. Die Arbeit kam heraus und so mancher merkte, dass hier ein junger Mann am Werke ist, der es ernst meint mit der Theorie, will sagen: der eindringt in den Stoff und für den die Analyse Richtschnur des Handelns ist (und nicht umgekehrt, wie in mancher Partei). Offensichtlich war bei anderen daraufhin die Devise: Einfangen den Mann! Jedenfalls wurde ihm angeboten, bei dem Marxistischen Blättern eine wichtige Funktion zu erhalten. Er stellte aber die kritische Sichtweise nicht ein, d.h. er kritisierte die (recht negative) Einschätzung Robert Steigerwalds über seine Arbeit, über Stalin und anderes mehr. Daraufhin war es vorbei mit der wichtigen Position bei den Marxistischen Blättern. Nachdem wir darüber berichtet hatten (im Vorspann vor einem Leserbrief von Robert Steigerwald), schrieb dieser uns einen weiteren Leserbrief, worin er die (wesentlich später erfolgte) Abbestellung der Marxistischen Blätter durch Gerald Hoffmann als Ursache angab, nicht aber dessen kritische Haltung - und in diesem Zusammenhang äußerte er über unseren Vorspann: „Schöne Witzbolde seid Ihr!“ Verglichen mit manch anderen Tritten und Hieben müssen wir Robert Steigerwald aber attestieren: diese Art der Auseinandersetzung ist zwar inhaltlich schwach und widersprüchlich, aber immerhin erträglich.

Ganz anders verhält es sich da mit einer weitaus ekelhafteren, sehr üblen Art, den politisch nicht sehr geschätzten Partner innerhalb der Linken mit Dreck zu beschmeißen: Das Gerücht, er sei bezahlter Provokateur, Mitarbeiter bei irgendwelchen kapitalistischen Geheimdiensten oder Spitzel des Verfassungsschutzes.

So geschehen mit einem unserer Autoren, mit Michael Opperskalski. Hier heißt es, er arbeite für den englischen Geheimdienst[12]. Dieses Gerücht stammt aus seiner eigenen Partei, der DKP.  Uns als Redaktion wurde in Berlin von parteiunabhängigen Leuten hinterbracht, man wolle uns – gutgemeint – warnen, der Opperskalski arbeite für den Verfassungsschutz, also für die andere Seite. (Englischer Geheimdienst oder Verfassungsschutz – was denn nun? Liebe Leute, Ihr solltet Euch in der Gerüchteküche besser über die Rezepte verständigen!) Nach Gründen für diese Einschätzung gefragt, präsentierte man uns die tiefschürfende Antwort: das sehe man doch an seiner Zeitschrift „Geheim“, denn so viel über die Geheimdienste wissen könne man nur, wenn man selbst mitarbeite. Am Ende des Treffens versicherte man sich nochmals, ob „die Warnung vor dem Opperskalski“ auch „angekommen“ sei.

Und ähnlich geht es inzwischen auch uns selbst. Mit orakelnden Fragen nach den Finanzen und wer da wohl dahinter stecken könnte, z.B.: „Wo da wohl das Geld herkommt, das möchte ich gern mal wissen....“ wird aus dem Umkreis der Führung der KPF Stimmung gemacht. Diese Methode ist in hohem Maße demagogisch. Nicht die Führung der KPF formuliert: das sind bezahlte Provokateure, die auf Befehl von Geheimdiensten unsere heldenhafte Arbeit unterminieren sollen, sondern das soll der geneigte Empfänger solcher Gerüchte und üblen Nachreden sozusagen „von selber“ denken. Man säht Vorurteile, ohne eine Begründung oder einen Beweis liefern zu müssen.

Ekelhaft nennen wir diese Art der Auseinandersetzung, weil man dagegen keine Chance hat. Was man auch tut, ob man darauf hinweist, dass es bei Michael Opperskalski schon Hausdurchsuchung und Festnahme gab, bei uns eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz - dann heißt es: das kann ja alles inszeniert sein, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen; und wenn man darauf hinweist, dass wir jährlich unsere Finanzen offen legen, ja dann kann das ja auch alles frisiert sein....

 

Auch wenn sich mancher anscheinend nicht vorstellen kann, dass man das alles macht, nur weil man es für notwendig hält, dafür von niemandem bezahlt wird, damit auch keine Karriere machen kann und obendrein auch noch draufzahlt, sei hier versichert: Noch reicht unsere Kraft. Ein solcher Müll wie der eben beschriebene wird uns jedenfalls nicht vom Marxismus abbringen können – und auch nicht von der Verteidigung des Leninismus, der Sowjetunion und des Sozialismus als einzig möglicher Zukunft.

                                                                                                 Anna C. Heinrich, Frank Flegel, Hannover

Niedersächsisches Innenministerium, Verfassungsschutzbericht: Linksextremismus. Offensiv.

Für das Jahr 2001:

Die in Niedersachsen erscheinende Publikation „offen-siv“ steht in deutlicher Opposition zur Politik der PDS-Parteiführung. Die verantwortlichen Redakteure, die ehemaligen KPF-Funktionäre Frank FLEGEL und Anna C. HEINRICH (Schreibweise wie im Original; d.Red.), haben jedoch stets Wert darauf gelegt, hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung des Blattes weder von der KPF noch von der als reformistisch bezeichneten Mutterpartei abhängig zu sein. Über das ideologische Selbstverständnis der „offen-siv“ führt FLEGEL in einer über Internet verbreiteten Selbstdarstellung aus: „Die offen-siv bezieht sich ... als den Marxismus als Analyseinstrument der kapitalistischen Gesellschaft und auf den Leninismus als eine wichtige Erfahrung auf dem Weg zum Sozialismus. Die Redaktion hält die Auseinandersetzung mit dem Reformismus, Revisionismus und Opportunismus für lebenswichtig. Deshalb nimmt ... die Kritik an den revisionistischen, sozialdemokratischen Zügen nicht nur der PDS ... einen wichtigen Platz in der Redaktionsarbeit ein.“

Abweichlern aus den Reihen der DKP bietet die „offen-siv“ eine Plattform zur Veröffentlichung ihrer Thesen. Insbesondere der mit ihrer stalinistischen Ausrichtung von der DKP-Parteilinie abweichenden DKP-Gruppe Berlin Nord-Ost, deren prominentestes Mitglied bis zu seinem Tode im September des Jahres Karl-Eduard von SCHNITZLER (auch hier Schreibweise wie im Original; d.Red.) war, fühlt sich die „offen-siv“ verbunden. Ein in der von der DKP-Gruppe Berlin Nord-Ost begründeten Zeitschrift Rotfuchs und später in der „offen-siv“ (Nr. 1/01, Januar-Februar 2001) veröffentlichter Forderungskatalog für Ostdeutschland, in dem u.a. die ersatzlose „Auflösung der Gauck-Birthler-Behörde“ bei gleichzeitiger Vernichtung aller Akten sowie das „Ende der Rachejustiz“ gefordert wurde, zeugt von dieser unverhohlenen DDR-Apologetik. Sowohl die DKP-Gruppe Berlin Nord-Ost als auch die „offen-siv“ verherrlichen gleichermaßen die Geschichte der DDR; die Wiedervereinigung wird als „Konterrevolution“ betrachtet: „Die am 3. Oktober 1990 annektierte DDR ist heute ein durch westdeutsche Sonderbeamte überwachtes, halbkoloniales Territorium der Bundesrepublik Deutschland mit zerstörter Industrie, eingeschränkter Landwirtschaft und verleumdeter Kultur.“

Für 2002:

Die bis Anfang November von der KPF Hannover zweimonatlich in einer Auflage von rund 600 Exemplaren herausgegebenen „Zeitschrift für Sozialismus und Frieden, offen-siv“, hatte trotz offenkundiger Nähe zu den ideologischen Positionen der KPF in der Vergangenheit stets Wert darauf gelegt, hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung weder von der KPF noch von der als reformistisch bezeichneten Mutterpartei abhängig zu sein. Die allein aus den ehemaligen KPF-Funktionären Frank FLEGEL und Anna C. HEINRICH bestehende Redaktion setzt diese Linie fort. Im November kündigte die KPF Hannover die Herausgeberschaft wegen inhaltlicher Differenzen fristlos. Die Zeitschrift erschien daraufhin als „Notausgabe“ in der Herausgeberschaft FLEGELs.

Offen-siv bietet auch stalinistischen Positionen ein Forum. Eine Autorin benennt in einem Beitrag als Ursache für den „Anti-Stalinismus“ vor allem die auf „Geschichtslügen“ beruhende überhöhte Zahl von Todesopfern der „Säuberungen“ während der Ära Stalin. Die Autorin rechtfertigt darin auch die Ermordung politischer Gegner:

„Tatsächlich ist und war die Bekämpfung der Konterrevolution die zentrale Klassenfrage, die Machtfrage der proletarischen Revolution, die Frage von Sein und Nichtsein einer sozialistischen Gesellschaft. Sie ist mithin keine moralische Frage, zumal eine Revolution der denkbar ungünstigste Zeitpunkt ist, metaphysische Überlegungen über den Wert eines Menschenlebens anzustellen. Das mag zynisch klingen, ist darum aber weder weniger wahr noch wirklich: Der Imperialismus tätet täglich in der Dimension von Millionen; kein Mittel darf daher gescheut werden, diese Mordmaschinerie WIRKSAM außer Kraft zu setzen – damit die Menschheit endlich ihre Geschichte selbst in die Hand nehmen kann und alsbald KEINE Opfer mehr zu zählen sind.“ („offen-siv“ Heft 7/2002)

Ziel der sich selbst als „klar antirevisionistisch“ bezeichnenden Publikation ist es, einem der PDS unterstellten Reformkurs und einer damit einhergehenden revisionistischen Abkehr vom „wissenschaftlichen Sozialismus“ sowie einer Anpassung an das System entgegen zu wirken.

Langfristig strebt FLEGEL die Gründung einer einheitlichen antirevisionistischen Kommunistischen Partei an. Unterstützung findet er bei der Berliner Monatszeitschrift „RotFuchs“. Ihr Chefredakteur Klaus STEINIGER bezeichnete in der Ausgabe März 2002 die Gründung einer solchen Kommunistischen Partei als „historischen Imperativ“. In einem Leserbrief an die „offen-siv“ fordert ein sich selbst als „junger Revolutionär auf den Spuren von Lenin, Che und Mao“ bezeichnender Hannoveraner zur notwendigen Einheit aller antirevisionistischen Kräfte auf:

„Mit KPD und MLPD, mit RotFuchs und offen-siv ... hat die revolutionäre fortschrittliche Menschheit starke Kräfte in der BRD! Mögen sie getrennt marschieren und trotz alledem gemeinsam zu kämpfen anfangen für unser Ziel, die revolutionäre Diktatur des Proletariats  in Deutschland, Europa, in der ganzen Welt! ... Deshalb: Ja zum aktiven organisierten Kampf für Sozialismus und Frieden, für die wahre Demokratie, die kein Volksbetrug ist!“ („offen-siv“ Heft 4/2002)

                               Niedersächsisches Innenministerium, Verfassungsschutzberichte 2001 und 2002

                                                                                                                                      S. 100f. bzw. S. 92f.

Zur politischen Situation in der Ukraine

Wladimir Gerasimtschuk: Den Reformkurs ändern!

Unter den gegenwärtigen Bedingungen der Restauration des Kapitalismus in unserem Land erhält das Problem der Einheit der Linkskräfte eine besonders wichtige Bedeutung.

Aber wie kann man die wirklich revolutionären Parteien von Opportunisten unterscheiden? Die beiden wichtigsten Kriterien des wirklich revolutionären Geistes sind das Verhältnis zum Privateigentum und das Verhältnis zur Diktatur des Proletariats. Die wirklichen Bolschewiki verteidigen die uneingeschränkte Herrschaft des gesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln. Und die einzig mögliche Volksmacht unter den Bedingungen des Klassenkampfes kann nur die Diktatur des Proletariats sein. Alle anderen Standpunkte und Prinzipien unter „Linken“ sind Opportunismus und Demagogie.

Allerdings arbeiten die Bolschewiki im revolutionären Kampf auch mit anderen, im Geiste ähnlich ausgerichteten Parteien und Bewegungen zusammen.

Ein Beispiel dafür ist die (revolutionäre) Progressive Sozialistische Partei der Ukraine (PSPU). Im Juni fand ihr 22. Parteitag statt. Natalija Vitrenko wurde als Vorsitzende wiedergewählt, ihre Vertreter sind Wladimir Martschenko und Michail Sidortschuk. Im folgenden stelle ich die wichtigsten politischen Eckpunkte der PSPU in 12 Thesen dar.

1.      Die PSPU fordert die Ablösung des jetzigen Reformkurses und die Hinwendung zum Sozialismus. Sozialismus bedeutet die Errichtung des gesellschaftlichen Eigentums, bedeutet Planwirtschaft und die Herrschaft des Geistes und des Verstandes statt derjenigen des Kapitals.

2.      Die Marktprinzipien der Weltwirtschaft töten die Zivilisation, vernichten die Naturschätze und die Biosphäre. Der Kapitalismus ist für die Zivilisation der Welt perspektivlos, er weiht die Menschheit dem Untergang.

3.      Die Stabilität der Welt kann nur der Sozialismus sicherstellen. Die Vorsitzende der PSPU bedient sich des Ausdrucks „ökologischer Sozialismus“, der sich in Harmonie, in gleichgewichtiger Wechselwirkung zwischen Mensch und Biosphäre entwickeln soll.

4.      Die heutige Staatsmacht der Ukraine und viele der „oppositionellen“ Parteien entstellen den Begriff Sozialismus. Sie charakterisieren ihn als ein totalitäres Regime, das Hungersnöte, Massensterben und Repression hervorbringe. Dabei ist der Totalitarismus das wirkliche Ziel der Bourgeoisherrschaft: man zwingt dem Volk medizinische Vorsorgeprinzipien auf und macht die Arbeitskollektive und Gewerkschaften gleichzeitig macht- und rechtlos. In der Bourgeoisgesellschaft herrschen Geld und Profit.

5.      Die PSPU betrachtet den Parlamentarismus und alle seine Mechanismen als eine Bedingung zur Machtergreifung der Oligarchie.

6.      Demgegenüber muss die Staatsmacht den Werktätigen gehören.